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Themenfeld: Scheinlösungen

Stellungnahme zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Anhörung zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Die Bundesregierung plant das Kreislaufwirtschaftsgesetz anzupassen. Sie will einerseits europäisches Recht auf deutscher Ebene umsetzen, andererseits soll in dem Zuge ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag eingelöst werden und das „chemische Recycling“ in die Abfallhierarchie eingefügt werden. Ende Juni 2026 wurde dazu der Referent*innenentwurf veröffentlicht.

Als Exit Plastik haben wir eine Stellungnahme verfasst, die die Einordnung und Gleichsetzung des sogenannten „chemischen Recycling“ auf einer Stufe mit dem werkstofflichen Recycling kritisiert. Stattdessen appellieren wir dafür, dass „chemische Recycling“ auf Ebene der sonstigen/thermischen Verwertung eingeordnet wird. Darüber hinaus plädieren wir für eine Stärkung der Vermeidung und Wiederverwendung als zentrale ersten Stufen der Abfallhierarchie.

Die Stellungnahme beinhaltet unsere ausführliche Argumentation. Hier das Wichtigste aus unserer Sicht in Kürze: 

  • „Chemisches Recycling“ ist keine Lösung der Plastikkrise, da es am Ende des Lebenszyklus ansetzt und nicht die Produktion adressiert 
  • Die darunter gefassten Verfahren können nur einen kleinen Teil der Kunststoffabfälle verarbeiten 
  • Werkstoffliches Recycling ist deutlich effizienter und umweltfreundlicher 
  • Ein erheblicher Teil des Outputs aus dem „chemischen Recycling“ wird nicht wieder zu Plastik, sondern es entstehen Treibstoffe und bedingt Grundstoffe für andere chemische Produkte.  

BMUKN: Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsesetzes

Fact Sheet – Plastik Mythen

Das Fact Sheet „Plastik Mythen“ macht deutlich: Es existiert keine Wunderpille. Wir brauchen echte und strukturelle Veränderungen für weniger Plastik. Verabschieden wir uns von Scheinlösungen. 

Denn die Plastikkrise lässt sich nicht mit leeren Versprechen lösen, sondern nur mit systemischen Ansätzen. Die Umwelt- und Gesundheitsprobleme, die mit der Plastik in Verbindung stehen, sowie die stetig wachsende Neuproduktion von Plastik sind tief verwurzelt mit Produktionsmustern der chemischen Industrie.  

Im Fact Sheet räumt Exit Plastik mit gängigen Plastikmythen auf und entzaubert wundersame Erzählungen zu Plastik.

Inhalte des Fact Sheets:

Wahrheit zu Mythos 1: Es gibt keine Pille gegen die Plastikverschmutzung
Wahrheit zu Mythos 2: Plastik ist nicht nachhaltig
Wahrheit zu Mythos 3: Wir können uns aus der Krise nicht heraus-recyceln
Wahrheit zu Mythos 4: Technologische Wunderlösungen sind falsche Versprechen
Wahrheit zu Mythos 5: „Chemical Recycling“ – heiße Luft statt Lösung

Plastik Mythen als Illustrationen:

Die Grafiken stehen unter der Creative Commons: CC BY-NC-ND 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/ sie dürfen gerne geteilt und in eigenen nicht kommerziellen Medienformaten genutzt, jedoch nicht verändert werden.

Scheinlösungen | gemeinsames Fact Sheet des Bündnisses

Das Fact Sheet zeigt Scheinlösungen zur Plastikkrise auf, wie das chemische „Recycling“ und den Einsatz von vermeintlich umweltfreundlichen Materialien wie Papier und „Bio“-Plastik, die vermehrt Einwegverpackungen aus Plastik ersetzen. Gemein ist diesen Ansätzen, dass sie den nötigen systemischen Wandel zu einer ressourcenschonenden und schadstofffreien echten Kreislaufwirtschaft ausbremsen. Stattdessen zementieren sie den Status-Quo des linearen Wirtschaftens auf Kosten der menschlichen Gesundheit, des Klimas und der Umwelt.