Presseinformation: Lebensmittel ohne Plastik für alle

Berlin, Dachau: 30. Juni 2026

Eine Großzahl der Lebensmittel in Deutschland wird in Plastik-Verpackungen angeboten und verkauft. Immer mehr wissenschaftliche Studien beweisen jedoch, dass Mikro- und Nanoplastik aus Kunststoffverpackungen in Lebensmittel übergehen kann und so in den menschlichen Körper gelangt. Mikroplastik wurde im menschlichen Blut, im Gehirn und in Plazenten gefunden. Vor diesem Hintergrund startet das zivilgesellschaftliche Bündnis Exit Plastik pünktlich zu Beginn des Plastic Free July 2026 die Petition „Lebensmittel ohne Plastik für alle“. Die Initiative fordert von Bundesumweltminister Carsten Schneider politische Maßnahmen, damit Verbraucher:innen Lebensmittel ohne Kunststoffverpackungen in Supermärkten und Discountern flächendeckend und ohne Aufpreis kaufen können. 

Die wissenschaftlichen Hinweise sind inzwischen zu deutlich, um weiter zuzusehen. Niemand sollte gezwungen sein, bei jedem Einkauf vermeidbare Kunststoffbelastungen mitzukaufen. Politik und Handel müssen endlich dafür sorgen, dass Lebensmittel ohne Plastikverpackungen für alle Menschen verfügbar und bezahlbar werden“, sagt Carla Wichmann von Exit Plastik. 

In Deutschland ist es kaum möglich, Lebensmittel zu kaufen, die nicht in Kunststoff verpackt sind. 66% der Lebensmittel werden in Plastik verkauft. Mehrweg- und Thekensysteme wurden systematisch zugunsten von Einwegplastikverpackungen verdrängt. Das sorgt nicht nur für ein riesiges Müllaufkommen, sondern gefährdet auch unsere Gesundheit. Immer mehr wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass Mikro- und Nanoplastik im menschlichen Körper Entzündungsprozesse fördern und mit Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Immunerkrankungen in Zusammenhang stehen können. Wenngleich noch nicht alle möglichen Gesundheitsfolgen erforscht sind, muss hier der vorsorgende Gesundheitsschutz greifen und die Exposition gegenüber Mikro- und Nanoplastik verringern.   

Wissenschaftlich ist belegt, dass Mikro- und Nanoplastik aus Verpackungen in Lebensmittel übergehen kann. Knicken und Drücken, heiße und saure Lebensmittel –  viele Faktoren fördern die Abgabe. Mit den Lebensmitteln nehmen wir dieses Plastik auf. Im Körper kann Mikro- und Nanoplastik einfach biologische Barrieren überwinden. 

Plastikfreie Alternativen fehlen oft oder sind teurer. Wer plastikärmer einkaufen möchte, muss häufig auf teurere oder schwer erreichbare Angebote ausweichen. Damit wird der Zugang zu verpackungsarmen Lebensmitteln zunehmend zu einer Frage der sozialen Gerechtigkeit. Menschen mit geringerem Einkommen kaufen überwiegend dort, wo Plastik dominiert: in Discountern.  

Mehrweg, Reduktion unnötiger Plastikverpackungen und unverpackt wären die Lösung, aber es fehlt an politischen Vorgaben. Daher fordert Exit Plastik jetzt die Politik zum Handeln auf. Wir fordern von Umweltminister Carsten Schneider: 

  • Plastikfreie Mehrweg-Poolsysteme für Lebensmittel systematisch aufzubauen und zu fördern.
  • Verpackungsfreie oder -arme Optionen verbindlich in Supermärkten und Discountern einzuführen.
  • Preisgleichheit zwischen Einweg und Mehrweg sicherzustellen.  

Weitere Informationen:

Kontakt:
info@exit-plastik.de 

Über Exit Plastik:
Exit Plastik ist ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus a tip:tap, BUND, Forum Umwelt & Entwicklung, Greenpeace, Heinrich-Böll-Stiftung, HEJSupport, Women Engage for a Common Future Germany, Zero Waste Germany und Zero Waste Kiel. Ziel ist ein umfassender, systemischer Wandel zur Lösung der Plastikkrise – von der Produktion bis zur Entsorgung.

Bilder:
(c): Elien Rijnbeek