Konferenz & Runder Tisch 2026 – Rückblick
Dienstag, 10. Februar 2026 | Berlin
Mit insgesamt rund 120 Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Praxis sind wir bei der diesjährigen Exit Plastik-Konferenz zusammengekommen. Der Veranstaltungstag mit einem Runden Tisch für die Zivilgesellschaft und einer öffentlichen Podiumsdiskussion, war mehr als ein Fachaustausch – er war ein deutliches Signal: Die Bewegung für drastische Plastikreduktion, giftfreie Materialien und ressourcenschonende Mehrweg-Systeme wächst – und sie ist politisch wirksam.
„Wie gelingt die Plastikwende?“
Das war des Motto des diesjährigen Runden Tisches für die Zivilgesellschaft. Mit Teilnehmenden aus zivilgesellschaftlichen Organisationen wurden die kommunikativen, politischen und ökonomischen Dimensionen der Plastikwende beleuchtet, der Austausch gefördert und das Netzwerk gestärkt.

Der Tag begann mit einer eindrücklichen Keynote von Dr. Melanie Bergmann, Wissenschaftlerin am Alfred-Wegener-Institut. Sie machte deutlich, dass die Gesundheitsgefahr durch Plastik für Mensch und Umwelt trotz noch bestehender Leerstellen und Unsicherheiten in der Forschung eindeutig ist. Es besteht dringender Handlungsbedarf, weshalb wir globale, systemische Ansätze benötigen, die bei der Reduktion der Plastikproduktion ansetzen.
Im Rahmen von drei partizipativen Inputs zu den Hintergründen und politischen Prozessen der Themen „Plastikverpackungen und Gesundheit”, „Verpackungen und Mehrweg” sowie „Plastik und Textilien” wurden Erkenntnisse ausgetauscht und diskutiert. In Workshops mit Expert:innen wurden außerdem Wissen und Werkzeuge zur Begleitung politischer Prozesse durch NGOs, zur Verstrickung von Finanzwesen und Plastikkrise, zur Macht- und Konzernpolitik hinter Plastik sowie zu Kommunikationstools für politischen Widerstand gegen Plastik vermittelt.

Durch „Zivilgesellschaftliches Speeddating“, gemeinschaftliche Pausen und die Möglichkeit, eigene Projekte vorzustellen, wurde Raum zum Austausch geschaffen, das gegenseitige Engagement gewürdigt und das Netzwerk gestärkt.
„Wege aus der Plastikkrise – Mit der Verpackungswende die Gesundheit schützen“
Unter der Moderation von Alexandra Caterbow, Co-Direktorin von HEJSupport und Co-Koordinatorin von Exit Plastik, trafen am Abend Expert:innen aus Wissenschaft und Politik aufeinander, um die dringenden Fragen der Plastikkrise aus einer ganzheitlichen Perspektive zu beleuchten.
Im Zentrum stand die Frage: Wie schaffen wir den politischen Rahmen für eine drastische Plastikreduktion – jenseits von Greenwashing und Technofixes? Die Diskussion griff die mit Plastik verbundenen gesundheitlichen Risiken auf und verknüpfte sie mit der Frage, welche politischen und gesetzlichen Maßnahmen notwendig sind, um wirkungsvolle Veränderungen zu erreichen.
Aufzeichnung der Podiumsdiskussion:

Wir diskutierten mit:
- Dr. Melanie Bergmann, Biologin am Alfred-Wegener-Institut, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu gesundheitlichen Auswirkungen von Kunststoffchemikalien in Umwelt und Organismen einbrachte.
- Dr. Inga Wagner, Referat für Europäische und internationale Ressourceneffizienz- und Rohstoffpolitik, Circular Economy im Umweltministerium (BMUKN), die politische Ansätze zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft diskutierte.
- Dr. Jan-Niclas Gesenhues, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), der politische Wege zur EU- und nationalen Umsetzung ambitiöser Verpackungs- und Plastikregulierungen darlegte.
Key Messages zur Exit Plastik Konferenz, Berlin 2026
- Um gemeinsam erfolgreich gegen Plastik vorzugehen, müssen wir schauen, was uns verbindet und nicht, was uns trennt.
- Aus der fossilen Trickkiste: CCS statt echten Lösungen wird die Plastik- und Klimakrise weiter verschlimmern.
- Es ist die fossile Industrie!
- Es gibt schon so viele Studien, die einen Zusammenhang zwischen Plastikchemikalien, Mikroplastik und Krankheiten zeigen – worauf warten wir noch?!
- Plastik und insbesondere Lebensmittelverpackungen müssen frei von Schadstoffen sein. Verpackungen zu vermeiden ist gut für die Gesundheit und die Umwelt.
- Die Plastikwende gelingt nur, wenn wir die Krise als das anerkennen, was sie ist: eine systemische Produktions- und Gesundheitskrise. Recycling und Technofixes reichen nicht. Entscheidend sind verbindliche Reduktionsziele, ein starkes Vorsorgeprinzip, das Streichen fossiler Subventionen, echte Herstellerverantwortung und ein globales Plastikabkommen. Dafür braucht es politischen Mut – und kontinuierlichen Druck aus der Zivilgesellschaft.
- Unsere Konferenz hat gezeigt, Plastik ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern eine Gesundheitsfrage. Kunststoffchemikalien sind im Körper fast aller Menschen nachweisbar – das darf nicht länger ignoriert werden. Das Vorsorgeprinzip muss jetzt politisches Handeln leiten.
„Es war sehr ermutigend zu sehen, wie viele Aktive sich für eine Plastikwende einsetzen. Der Runde Tisch war ein Meilenstein unserer Vernetzung, denn zusammen erreichen wir mehr!“
Wir danken allen Teilnehmenden für den inspirierenden, bestärkenden und weiterführenden Austausch!
Dokumentation und Materialien
In diesem passwortgeschützten Bereich stellen wir allen Teilnehmer:innen der Veranstaltung in Kürze weitere Dokumentationsmaterialien und die Workshop-Unterlagen zum Download zur Verfügung!
Fotos der Veranstaltung
© Stephan Röhl



















