NGO-Workshop zu Plastikmüllexporten mit Dr. Sedat Gündoğdu

08. Juni 2026 | Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Seit dem Importstopp Chinas für Plastikmüll im Jahr 2018 hat sich die Türkei zu einem der wichtigsten Zielländer für Plastikmüllexporte aus Europa – insbesondere aus Deutschland – entwickelt. Immer wieder werden dabei erhebliche Umwelt-, Gesundheits- und Klimafolgen dokumentiert. Recherchen und Untersuchungen zeigen, dass importierte Abfälle teilweise unsachgemäß behandelt, illegal entsorgt oder offen verbrannt werden. Auch illegale Plastikmüllexporte von Deutschland in die Türkei wurden wiederholt nachgewiesen.

Vor diesem Hintergrund bringt Exit Plastik am 8. Juni Vertreter:innen der Zivilgesellschaft zu einem Workshop über den Plastikmüllhandel zwischen Deutschland und der Türkei zusammen. Gemeinsam mit dem Meeresbiologen und Forscher zu Plastikverschmutzung Dr. Sedat Gündoğdu diskutieren wir aktuelle Entwicklungen, politische Herausforderungen und regulatorische Veränderungen im Bereich der Plastikmüllexporte.

Dr. Sedat Gündoğdu forscht seit vielen Jahren zu den Auswirkungen des Plastikmüllhandels zwischen Deutschland, dem EU-Raum und der Türkei auf Klima, Umwelt und Governance. Er ist Meeresbiologe an der Çukurova Universität und aktuell Mercator-IPC-Stipendiat (2025/26) am Istanbul Policy Center der Sabancı Universität. Darüber hinaus hat er zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zum Thema veröffentlicht und an Dokumentationen wie „Plastic People“ mitgewirkt.

Ein Schwerpunkt des Workshops liegt auf der neuen EU-Verordnung über die Verbringung von Abfällen. Ab November 2026 muss die EU die Ausfuhr von Plastikabfällen in Nicht-OECD-Länder einstellen. Für OECD-Länder wie die Türkei gilt dieses Verbot jedoch nicht. Dadurch besteht die Sorge, dass künftig noch mehr Plastikmüll in die Türkei exportiert wird. Zudem zeigen die vergangenen Jahre, dass bestehende Kontroll- und Überwachungsmechanismen häufig nicht ausreichend funktioniert haben.

Im Mittelpunkt des Austauschs stehen:

  • Umwelt- und Klimafolgen deutscher Plastikmüllexporte in die Türkei
  • Aktuelle Entwicklungen der EU-Abfallpolitik
  • Die Wirksamkeit neuer regulatorischer Regelungen
  • Politische Wege zu strengeren Beschränkungen oder einem Ausstieg aus Plastikmüllexporten

Der Workshop findet am 8. Juni 2026 in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin statt. Eine Online-Teilnahme ist ebenfalls möglich. Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Organisationen, die zu Plastikverschmutzung, Umweltgerechtigkeit und Abfallpolitik arbeiten.