Themenfelder – Inhalts-Kategorie:
Zur zusammenfassenden Strukturierung.
Zu diesem Themenfeld gehören die Themen Chemikalien, Gesundheit, Gender, Plastikmüll-Exporte, Mikroplastik

Lebensmittel ohne Plastik für alle

Lebensmittel ohne Plastik für alle!

Fordere mit uns politische Maßnahmen für Lebensmittel ohne Plastik für alle!

Wer heute in Deutschland Lebensmittel einkauft, kann Plastik kaum noch entkommen. Unsere Nahrung ist standardmäßig von Kunststoff umhüllt[1] – und damit von einem fossilen Material, das niemals verrottet,[2] sondern sich zersetzt, abreibt und mitsamt einer Vielzahl oft toxischer chemischer Stoffe in unsere Lebensmittel übergehen kann.[3] Der Supermarkt ist längst ein Ort alltäglicher Plastikbelastung geworden.[4]


[1] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index.

[2] UNEP (2023): Turning off the Tap: How the World Can End Plastic Pollution and Create a Circular Economy.

[3] Geueke B. et al. (2023): Systematic evidence on migrating and extractable food contact chemicals. Critical Reviews in Food Science and Nutrition.

[4] Fauroux M., Boucher J., Perreard S. (2026): From Pack to Plate: A Global Assessment of Micro- and Nanoplastics Migrating from Food Packaging into Food. Earth Action.

Rund 66 % unserer Lebensmittel und Getränke werden in deutschen Supermärkten in Kunststoffbehältnissen oder – verpackungen verkauft – bei Fleisch und Fisch (ca. 84 %), Molkereiprodukten (ca. 83 %) und Getränken (ca. 80 %) ist Plastik praktisch Standard.[1] Damit ist Kunststoff zur dominierenden Schnittstelle zwischen Nahrung und menschlichem Körper geworden.[2]

Diese Situation ist kein Zufall. Noch in den 1950er-Jahren wurden Lebensmittel überwiegend lose oder in Glas, Papier und Metall verkauft. Mit der massenhaften Einführung von Einwegkunststoffen seit den 1970er- und 1980er-Jahren wurden Mehrweg- und Thekensysteme systematisch zurückgedrängt[3] – zugunsten eines hochgradig plastikabhängigen Vertriebssystems, dem sich Verbraucher:innen  heute kaum entziehen können.[4]


[1] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index.

[2] Fauroux M., Boucher J., Perreard S. (2026): From Pack to Plate: A Global Assessment of Micro- and Nanoplastics Migrating from Food Packaging into Food. Earth Action.

[3] Umweltbundesamt (UBA) (2012): Historische Entwicklung von Verpackungen und Verpackungsabfällen in Deutschland. Dessau-Roßlau.

[4] Fernie J, Sparks L (eds.) (2004): Logistics and Retail Management.

Was heute wissenschaftlich eindeutig ist: Kunststoffverpackungen können winzige Mikro- und Nanoplastikpartikel sowie weitere chemische Bestandteile aus der Verpackung in unsere Lebensmittel abgeben.[1] Dieser Übergang findet nicht nur im Labor statt, sondern im ganz normalen Alltag – durch Drücken, Knicken, Öffnen, Transport, Erhitzen, Einfrieren oder den Kontakt mit Fett und Säure. Gerade heiße, fetthaltige oder saure Lebensmittel fördern diese Abgabe besonders stark – und genau diese Produkte werden besonders häufig in Kunststoff verkauft.[2]

Damit können Plastikpartikel zusammen mit einer Vielzahl von oft unbekannten chemischen Stoffen aus der Verpackung in die Nahrung gelangen – und von dort in unsere Körper.[3] Kleinere Partikel, insbesondere im Nano- und Submikrometerbereich, können biologische Barrieren überwinden und sich im Organismus verteilen. Studien zeigen, dass sie in den Blutkreislauf gelangen und längst fast alle unsere Organe erreicht haben, vom Gehirn bis hin zur Plazenta ungeborener Kinder. Parallel verdichten sich Hinweise, dass Mikro- und Nanoplastik Entzündungsprozesse, zellulären Stress und Störungen zentraler biologischer Systeme begünstigen, mit möglichen Bezügen zu Herz-Kreislauf-, Immun- und Stoffwechselerkrankungen.[4]

Die wissenschaftlichen Befunde sind alarmierend:
Eine Übersichtsstudie fand in mehr als 150 Fällen Mikro- oder Nanoplastik in Lebensmitteln oder Modell-Lebensmitteln, die mit für den Lebensmittelkontakt vorgesehenen Kunststoffmaterialien wie Plastikverpackungen in Berührung kamen.[5] Das ist kein Einzelfund – es ist ein systembedingtes Muster.


[1] Food Packaging Forum / npj Science of Food (2025): Systematic evidence map on micro- and nanoplastics from food contact articles.

[2] Food Packaging Forum (2025) Evidence Map.

[3] FAO (2022): Microplastics in food commodities.

[4] Yang Y., et al. (2025): Micro- and nanoplastics in the human body: toxicokinetics, biological barriers and organ distribution.

[5] Hernandez LM et al. / Food Packaging Forum (2025): Systematic evidence map of micro- and nanoplastics from food contact articles.

Diese Gesundheitsbelastung ist zugleich eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Menschen mit geringem Einkommen und gerade Familien kaufen überwiegend dort ein, wo Plastik am dominierendsten ist: in Discountern. Diese Märkte enthalten ihren Kund:innen systematisch verpackungsarme Alternativen vor – Frischetheken, lose Ware oder Mehrwegangebote fehlen dort fast vollständig. Günstige Eigenmarken sind nahezu immer in Einwegplastik verpackt.[1]

Wer auf verpackungsfreie oder verpackungsarme Alternativen ausweichen möchte, findet diese meist nur in Bioläden, Unverpackt-Geschäften oder auf Wochenmärkten – häufig teurer und räumlich schlechter erreichbar. Das Ergebnis ist ein struktureller Zwang: Wer weniger Geld hat, ist im Alltag stärker Plastik und damit höheren Gesundheitsrisiken ausgesetzt.[2]


[1] Deutsche Umwelthilfe (DUH) (2024): Supermarktcheck Plastik. Berlin.

[2] Umweltbundesamt (UBA) (2025): Umweltgerechtigkeit – Umwelt, Gesundheit und soziale Lage. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

Besonders brisant ist, dass ein großer Teil dieser Belastung vermeidbar wäre. Nahezu 48 % der untersuchten Lebensmittelverpackungen aus Plastik gelten als unnötig oder problemlos ersetzbar.[1] In Deutschland entstehen dadurch jedes Jahr rund 38,6 Milliarden überflüssige Plastikverpackungen für Lebensmittel – und eine dauerhaft steigende Plastikbelastung für Mensch und Umwelt.


[1] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index. London: Retail Economics / DS Smith.

Die wissenschaftlichen Hinweise sind heute so eindeutig, dass weiteres Abwarten unverantwortlich ist. Das Vorsorgeprinzip verpflichtet Politik und Wirtschaft zum Handeln – jetzt!

Das Vorsorgeprinzip – fest verankert im EU-Recht und in Deutschland – bedeutet: Sobald ein plausibles Risiko für Umwelt oder Gesundheit erkennbar ist, müssen vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden – bevor der letzte wissenschaftliche Beweis für jedes Detail vorliegt.[1]

Genau das ist hier der Fall. Die Evidenz zu Mikro- und Nanoplastik ist erdrückend: Der Übergang aus Verpackungen in Lebensmittel – mitsamt oft toxischen oder unbekannten chemischen Stoffen -, ihre Aufnahme in den Körper, biologische Wirkungen auf Zellen und Entzündungsprozesse sind vielfach belegt. Gleichzeitig zerfällt Plastik weiter – die Belastung wächst jeden Tag.[2] [3]

Nicht zu handeln, obwohl diese Risiken klar benannt sind, ist politisches und wirtschaftliches Wegsehen – auf Kosten der Gesundheit von Millionen Menschen.
Das Vorsorgeprinzip verpflichtet Staat und Unternehmen, diese Belastung zu reduzieren. Jeder weitere Aufschub ist unverantwortlich.


[1] European Commission (2000): Communication from the Commission on the Precautionary Principle (COM(2000) 1 final). Brussels: European Commission.

[2] University of Birmingham (2025): Global plastic pollution treaty essential to tackle growing health risks to all life on Earth.

[3] Food Packaging Forum / npj Science of Food (2025): Systematic evidence map on food contact materials and MNP.

Jetzt die Petition unterzeichnen:

Für Lebensmittel ohne Plastik für alle!

    Petition teilen:

    Petition an Bundesumweltminister Carsten Schneider

    Sehr geehrter Herr Bundesumweltminister Schneider,

    immer mehr wissenschaftliche Studien zeigen, dass unsere Lebensmittel durch Kunststoffverpackungen mit Mikro- und Nanoplastik sowie darin enthaltene weitere chemische Verpackungsbestandteile belastet werden – und dass diese Stoffe in den menschlichen Körper gelangen können.[1] Die Hinweise auf mögliche gesundheitliche Folgen sind so zahlreich und besorgniserregend, dass weiteres Abwarten nicht verantwortbar ist.[2] Selbst dort, wo noch Forschungsbedarf besteht, greift das Vorsorgeprinzip:[3] Wenn ein plausibles Risiko besteht, muss gehandelt werden. Deshalb wenden wir uns mit einer dringenden Forderung an Sie:

    Alle Menschen in Deutschland müssen die Möglichkeit haben, Lebensmittel ohne Kunststoffverpackungen in gängigen Supermärkten und Discountern – und ohne Preisaufschlag – kaufen zu können.

    Dieses Recht existiert heute nicht. Für die meisten Menschen ist der Alltagseinkauf zwangsläufig mit Kunststoffverpackungen verbunden[4] – und damit mit einer vermeidbaren Belastung durch Mikro- und Nanoplastik sowie weiteren chemischen Verpackungsbestandteilen, die in Lebensmittel übergehen können. Besonders betroffen sind Kinder, Familien und Menschen mit geringem Einkommen, die kaum Zugang zu verpackungsarmen Alternativen haben.[5]

    Die Fakten sind eindeutig:

    • Über 50 % der vom Menschen aufgenommenen Plastikpartikel stammen aus Lebensmitteln und Getränken.[6]
    • Fast die Hälfte der heutigen Lebensmittelverpackungen aus Plastik ist unnötig oder durch andere Materialien ersetzbar.[7]
    • Plastikarme und plastikfreie Mehrwegangebote, lose Ware und verpackungsarme Systeme funktionieren – sie werden im Massenmarkt jedoch nicht bereitgestellt.

    Damit werden Tag für Tag vermeidbare Gesundheitsrisiken in Kauf genommen, obwohl praktikable und sichere Alternativen existieren.

    Das Vorsorgeprinzip, das in Deutschland und der EU gilt, verpflichtet dazu, bei erkennbaren Risiken für Gesundheit und Umwelt präventiv zu handeln – bevor irreversible Schäden für Verbraucher:innen entstehen. Die wissenschaftliche Lage zu Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln ist heute so eindeutig, dass weiteres Abwarten nicht mehr zu rechtfertigen ist.[8]

    Nicht zu handeln bedeutet, die schleichende Belastung unserer Lebensmittel und unserer Körper fortzusetzen. Plastik zerfällt und gibt Schadstoffe ab – und mit jeder weiteren Einwegverpackung wächst die Belastung.[9]

    Wir fordern Sie daher auf, die politischen Rahmenbedingungen so zu setzen, dass ein flächendeckendes, bezahlbares und barrierefreies Angebot an plastikfreien oder stark verpackungsreduzierten Lebensmitteln entsteht.

    Das bedeutet konkret:

    • Plastikfreie Mehrweg-Poolsysteme für Lebensmittel systematisch aufzubauen und zu fördern,
    • verpackungsfreie oder -arme Optionen verbindlich in Supermärkten und Discountern einzuführen,
    • Preisgleichheit zwischen Einweg und Mehrweg sicherzustellen,
    • und alle Maßnahmen am Vorsorgeprinzip auszurichten – besonders zum Schutz von Kindern und einkommensschwachen Haushalten.

    Das Recht auf gesunde Nahrung darf nicht vom Geldbeutel oder vom Wohnort abhängen. Heute jedoch zwingt das bestehende System Millionen Menschen dazu, ihre Lebensmittel in Kunststoff zu kaufen – und damit bei jedem Einkauf eine vermeidbare Gesundheitsbelastung in Kauf zu nehmen.

    Schützen Sie unsere Gesundheit. Helfen Sie mit, ein Ernährungssystem zu schaffen, das niemanden gefährdet und allen Menschen den Zugang zu sicheren, plastikfreien Lebensmitteln ermöglicht.


    [1] Food Packaging Forum / npj Science of Food (2025): Systematic evidence map of micro- and nanoplastics from food contact articles.

    [2] Yang Y. et al. (2025): Micro- and nanoplastics in the human body: toxicokinetics, biological barriers and organ distribution.

    [3] European Commission (2000): Communication from the Commission on the Precautionary Principle (COM(2000) 1 final). Brussels: European Commission.

    [4] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index. London: Retail Economics / DS Smith

    [5] Umweltbundesamt (UBA) (2025): Umweltgerechtigkeit – Umwelt, Gesundheit und soziale Lage. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

    [6] FAO (2022): Microplastics in Food Commodities – A Food Safety Review on Human Exposure through Dietary Sources. Rome: FAO.

    [7] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index. London: Retail Economics / DS Smith.

    [8] University of Birmingham (2025): Global plastic pollution treaty essential to tackle growing health risks to all life on Earth.

    [9] Muncke J. et al. (2020): Impacts of food contact chemicals on human health. Environment International.

    Mehr zum Thema…

    Mikroplastik

    Diese Seite gibt einen Überblick über die Problematik von Mikro- und Nanoplastik und zeigt Lösungen auf. Als Mikro- bzw. Nanoplastik werden…
    Weiterlesen

    Chemikalien in Plastik

    Gefährliche Chemikalien in Kunststoffen und Plastikprodukten können Krankheiten bedingen. Diese Seite gibt einen Überblick über die Problematik und zeigt Lösungen…
    Weiterlesen

    Online Kurs:

    Plastikkrise: Gesundheit, Umwelt und Regulierung

    In diesem kostenlosen Online-Kurs von Health and Environmental Justice Support geht es um die Umweltverschmutzung durch Plastik – besonders um die schädlichen Chemikalien, die in vielen Plastikprodukten enthalten sind. Dabei schauen wir uns an, warum diese Chemikalien problematisch sind, wie sie in die Umwelt gelangen und welche Auswirkungen sie auf unsere Gesundheit und die Natur haben können.

    Der Kurs stützt sich auf Erkenntnisse aus wichtigen Berichten und stellt außerdem aktuelle Gesetze vor.

    Ziel des Kurses ist es, ein besseres Verständnis dafür zu vermitteln, welche Kunststoffe besonders problematisch sind, warum es wichtig ist, genau zu wissen, welche Chemikalien in einem Produkt stecken – und was wir tun können, um die Umwelt und unsere Gesundheit besser zu schützen.

    Trinkwasserzugang im öffentlichen Raum

    Öffentlich unterversorgt:Warum wir mehr öffentlicheTrinkbrunnen brauchen

    Das Hintergrund Papier von Bündnismitglied a tip: tap e.V. zeigt auf warum der Zugang zu öffentlichen Trinkbrunnen in Deutschland für Umwelt, Gesundheit und
    Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist.

    Es wird die aktuelle Lage von Trinkbrunnen in Deutschland dargelegt, rechtliche Grundlagen erläutert und Beispiele aus anderen Ländern betrachtet.

    Steckbrief Plastik: Einwegkunststoffrichtlinie

    (Engl.: Directive on the reduction of the impact of certain plastic products on the environment – Single-Use Plastics Directive, kurz: SUPD)

    Die Richtlinie über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt ist eine Rechtsvorschrift zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung. Sie reguliert die zehn meistverbreiteten Einwegkunststoffprodukte, die für die Verschmutzung der Strände in der EU verantwortlich sind und einen Großteil des Meeresmülls ausmachen.

    Bis Juli 2021 waren die Mitgliedstaaten der Europäischen Union verpflichtet, bestimmte Einwegplastikartikel zu verbieten und weitere Maßnahmen umzusetzen, um Einwegkunststoffe zu reduzieren. Dazu gehört die Einführung der Produktkennzeichnung, Durchführung von regelmäßigen Aufklärungskampagnen, von Reduktionszielen beispielsweise für Lebensmittelverpackungen und die Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung.

    In Deutschland wurden die Vorgaben der Richtlinie durch Änderungen des Verpackungsgesetzes sowie durch die Neueinführung der Einwegkunststoff-Verbotsverordnung, der Einwegkunststoff-Kennzeichnungsverordnung und dem Einwegkunststoff-Fondsgesetz umgesetzt.

    Aktualität

    Die Einwegkunststoffrichtlinie wurde im Juni 2019 verabschiedet und musste bis Juli 2021 in nationales Recht umgesetzt werden. Nun ist die Europäische Kommission verpflichtet, die Wirksamkeit und mögliche Schwachstellen der Richtlinie zu evaluieren, um den Weg für eine mögliche Überarbeitung zu ebnen. Dieser Evaluierungsprozess soll zwischen 2025 und 2027 stattfinden und alle relevanten Interessengruppen einbeziehen. Durch die im Januar 2025 in Kraft getretene EU-Verpackungsverordnung (PPWR) wird die Liste der Marktbeschränkungen der SUPD um Einwegplastikartikel, die ab 2030 verboten sind, erweitert.

    Warum ist das wichtig?

    Seit den 1950er Jahren hat sich Kunststoff zu einem Massenprodukt entwickelt und Prognosen zeigen, dass sich diese Zahl bis 2050 verdoppeln oder sogar verdreifachen könnte. Kurzlebiges Einwegplastik macht einen Großteil der Plastikproduktion aus. Der Lebenszyklus von Einwegplastikprodukten ist durch einen hohen Ressourcen- und Energieverbrauch, den Einsatz und die Freisetzung gefährlicher Chemikalien, sowie die Entstehung von Mikroplastik gekennzeichnet. Deshalb muss die Produktion von (Einweg)plastik drastisch reduziert werden.

    Exit Plastik Kernforderungen

    Die SUPD und die damit verbundenen Maßnahmen können ein wichtiges Instrument zur Reduzierung von Einwegkunststoffen sein. Um dem wachsenden Problem der schädlichen Einwegverpackungen entgegenzuwirken, müssen die Vorgaben der Einwegkunststoffrichtlinie rechtliche Maßnahmen zur Beschränkung kurzlebiger Plastikprodukte sowie die Schaffung schadstofffreier Mehrwegsysteme und unverpackter Lösungen umfassen. Es muss sichergestellt werden, dass Einwegplastikprodukte nicht lediglich durch Einwegprodukte eines anderen Materials ersetzt und Probleme dadurch schlicht verlagert werden. Denn auch Papier bspw. ist ressourcen- und chemikalienintensiv in der Herstellung.

    Forderungen zur Einwegkunststoffrichtlinie:

    • Produktbeschränkungen kurzlebiger Plastikprodukte.
      • Vermeidung von Einwegplastikprodukten als oberste Priorität
      • Messbare, verbindliche und materialunabhängige Reduktionsziele für Einwegverpackungen
      • Verbot nicht notwendiger Einwegverpackungen
    • Unverpackt-Lösungen und Mehrweg zum neuen Standard machen
      • Gemeinwohlorientierte und schadstofffreie Pool-Mehrwegsysteme müssen konsequent priorisiert und gefördert werden
      • Festlegung rechtlich verbindlicher Mehrwegquoten für die Bereiche Verkaufs-, Transport- und Versandverpackungen (vom Supermarkt bis zum Online-Handel)
      • Mehrweg muss immer die günstigere Alternative sein
    • Förderung nachhaltigen Produktdesigns
      • Haltbare, reparaturfähige, wiederverwendbare, schadstofffreie und am Ende der Nutzung hochwertig mechanisch recyclebare Produkte
    • Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)
      • Kostenübernahme gemäß Verursacherprinzip für Präventionsmaßnahmen und -ziele zur Vermeidung von Einwegplastikprodukten sowie für Entsorgung und Reinigung
      • Nutzung der EPR-Gelder für Investitionen in den Ausbau und die Förderung von Pool-Mehrwegsystemen
      • Vollumfängliche, öffentliche Zugänglichkeit der EPR-Daten entlang der gesamten Lieferkette

    Bewertung der Richtlinie über Einwegkunststoffe von Exit Plastik im Rahmen der EU Konsultation

    Links:

    Textilien

    Was haben Textilien mit Plastik zu tun?

    Die populären Textilfasern Polyester, Polyamid, Acryl und Nylon sind in Wirklichkeit nichts anderes als Plastik in Faserform. Aktuell beträgt ihr Anteil an der weltweiten Textilproduktion 69% – bis 2030 dürfte ihr Anteil auf etwa 73% anwachsen. Die Textilindustrie ist damit nach Verpackungen und Bau der drittgrößte Kunststoffverbraucher der Welt. Synthetische Fasern sind bei Herstellern beliebt, weil sie billig zu produzieren sind (Polyester kostet beispielsweise etwa halb so viel wie Baumwolle).

    Vom Erdöl über die Färbeprozesse bis zum Textilmüll: Der Lebenszyklus von Kleidung ist durchzogen von fossilen Abhängigkeiten, Einsatz von gefährlichen Chemikalien, Gesundheitsproblemen und Umweltverschmutzung. Diese Grafik zeigt, wo entlang der textilen Wertschöpfungskette die größten Belastungen auftreten.

    Grafik: Forum Umwelt und Entwicklung, CC BY-NC-ND 4.0

    Die Umweltbelastung durch synthetische Fasern

    In der Weiterverarbeitung der Textilien kommen enorme Mengen an Chemikalien zum Einsatz: Beim Färben und Behandeln von Stoffen werden über 1.600 verschiedene Substanzen verwendet, darunter Formaldehyd, PFAS, Phthalate, Chlor, Blei und Quecksilber. Viele davon sind giftig, krebserregend oder hormonell wirksam. Die Textilindustrie zählt deshalb zu den größten industriellen Verschmutzern von Grundwasser, Flüssen und Meeren. Schätzungen zufolge gehen rund 20% der weltweiten industriellen Wasserbelastung auf Textilfärbung und -behandlung zurück.

    Grafik: PLASTIKATLAS | Appenzeller/Hecher/Sack, CC BY 4.0

    Fast Fashion und Wegwerftextilien

    Das Geschäftsmodell der Fast Fashion basiert auf immer schnelleren Produktionszyklen und extrem niedrigen Preisen. Kleidung wird heute im Durchschnitt nur noch sieben- bis achtmal getragen, bevor sie entsorgt wird. Weniger als 1% der Textilien werden schließlich recycelt. Die meisten Kleidungsstücke landen in der Müllverbrennung, auf Deponien oder werden in Länder des Globalen Südens exportiert. Meist unter ökologisch und sozial problematischen Bedingungen.

    Synthetische Textilien geben bei jedem Waschgang Mikroplastik ab. Bei der Wäsche einer Fleecejacke beispielsweise bis zu 250.000 Plastikfasern. Diese Mikroplastikpartikel gelangen über Abwasser in Flüsse und Meere und reichern sich in Organismen, Sedimenten und letztlich auch im menschlichen Körper an.

    Entlang der gesamten textilen Lieferkette kommen Arbeiter*innen mit gefährlichen Chemikalien in Kontakt. Viele der verwendeten Substanzen sind krebserregend, fortpflanzungsgefährdend oder hormonell wirksam. Besonders Frauen in der Produktion synthetischer Fasern sind einem erhöhten Risiko für Brustkrebs und Fehlgeburten ausgesetzt.

    Mehr zum Thema

    Rundbrief

    Der Rundbrief  „Kleider machen Probleme“ des Forum Umwelt und Entwicklung beleuchtet, wie Textilien in nahezu jeder Stufe der Wertschöpfungskette mit schweren Menschenrechtsverletzungen und enormen Umweltbelastungen in Zusammenhang stehen.

    Info-Website

    Diese Website von HEJSupport informiert regelmäßig über verschiedene Themen zu nachhaltigen Textilien. 

    Online-Kurs

    In diesem kostenlosen Online-Kurs werden Themen wie Menschenrechte, Gesundheit, Umwelt und soziale Aspekte entlang des Lebenszyklus von Textilien behandelt. Er umfasst auch Informationen über verschiedene Materialien wie natürliche und synthetische Fasern, neuartige Materialien und Recycling. Der Kurs richtet sich an alle Interessierten.

    Weiterführende Links

    Mikroplastik

    Illustration by Francesca Tabasso

    Als Mikro- bzw. Nanoplastik werden kleine Plastikpartikel (<5mm bzw. 1- 1000nm) bezeichnet. Flüssig, halbfest aber auch gerade in fester Form als Plastikpartikel finden sich Kunststoffe inzwischen überall – in unseren Böden, unseren Gewässern und unserer Atemluft. In Deutschland gelangen pro Kopf jedes Jahr 4kg Mikroplastik in die Umwelt, insgesamt 330.000 Tonnen. Mikroplastik und die daran anhaftenden oder darin enthaltenen Stoffe sind eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Ökosystemen1

    Mikroplastik entsteht durch die Abnutzung bzw. Abrieb und den Zerfall von Plastik. Die häufigsten Quellen sind Textil-Mikrofaser, Medizinprodukte oder Reifenabrieb. Aber auch Plastik in der Umwelt emittiert stetig Mikroplastik.2

    Alarmierende Mengen an Mikroplastik werden auch weiterhin bewusst hergestellt und etlichen Produkten unseres Alltages oder Industrieprodukten z.B. Kosmetika und Lacken, absichtlich zugesetzt.2

    Mikroplastik kann über Nahrung, Luft, oder Haut aufgenommen werden, z.B. durch den Konsum von Mineralwasser, den Faserabrieb von synthetischen Textilien, oder Mikroplastik in Kosmetikprodukten.4

    Umweltstudien dokumentieren erhebliche ökologische Auswirkungen, etwa durch Bioakkumulation, Störung der Nahrungsaufnahme von Wasser- und Kleinstlebewesen und Anreicherung in der Nahrungskette.5

    Mikroplastik ist längst in Menschen nachweisbar, wenngleich die genaue Anzahl der aufgenommenen Partikel Gegenstand von Diskussionen ist. Durch die geringe Partikelgröße durchbringt Mikroplastik Gewebe und Barrieren im Körper. Es gelangt so in Organen wie der Lunge und der Leber, ins Blut und wurde auch bei Schwangeren in der Plazenta nachgewiesen.6

    Auch wenn es noch Unsicherheiten zu genauen Auswirkungen gibt, ist eindeutig, dass Mikro- und Nanoplastik ein zunehmendes Gesundheitsrisiko für den Menschen bergen. Zum einen kann Mikroplastik selbst Schäden verursachen, zum anderen sind auch im Mikroplastik toxische Zusatzstoffe und Chemikalien enthalten, die Krankheiten verursachen können. Mit der Aufnahme von Mikroplastik werden zum Beispiel chronische Entzündungen, Störungen des Hormonhaushalts, Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsfähigkeit und Krebs assoziiert.7

    Regulierung

    • Die EU-Verordnung über die Beschränkung von absichtlich zugesetztem Mikroplastik (engl. Restriction of intentionally-added microplastics) verbietet den absichtlichen Zusatz von Mikroplastik zu bestimmten Produkten (z. B. Kosmetika, Füllmaterial für Sportplätze). Sie ist Teil der REACH-Verordnung (EU-Rahmen für Chemikalien) im Verzeichnis der Stoffe mit eingeschränkter Verwendung (Annex XVII). (Siehe auch im SteckbriefPlastik)
    • Die EU hat eine Methodik zur Messung von Mikroplastik in Wasser für den menschlichen Gebrauch festgelegt, damit Informationen über Mikroplastik im Wasser künftig verlässlicher gesammelt und verglichen werden können.
      • In Deutschland ist seit April 2024 die DIN EN ISO 24187:2023 als nationale Norm für Methoden zur Mikroplastikanalyse erschienen.
    • Die kommunale Abwasser-Rahmenrichtlinie der EU fordert, dass die Mitgliedstaaten in Siedlungsgebieten mit mehr als 10.000 Einwohnern sicherstellen, dass das Vorhandensein von Mikroplastik im Klärschlamm überwacht wird – insbesondere, wenn der Klärschlamm in der Landwirtschaft wiederverwendet wird.
    • Weitere Regulierungen und Rahmenwerke der EU, welche Mikroplastikverschmutzung angehen sind hier aufgeführt.

    Forderungen

    Es besteht dringender Handlungsbedarf um die Produktion von (Mikro)Plastik einzudämmen und die Emission von Mikroplastik und Schadstoffen in die Umwelt zu verhindern:

    • Maßnahmen, die den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt direkt an der Quelle verhindern, sollten klar priorisiert werden.
    • Hersteller*innen und Inverkehrbringer*innen von Plastik(produkten) müssen finanziell für die Umsetzung von Maßnahmen gegen den nutzungs- und verwitterungsbedingten Austrag von Mikroplastik in die Umwelt in die Pflicht genommen werden.
    • Das Verbot für den Einsatz gezielt eingesetzten Mikroplastiks muss für Mikroplastikpartikel jeder Konsistenz und Größe gelten.
    • Die bereits geltenden Einsatzverbote müssen ohne unnötig lange Übergang-Perioden umgesetzt werden .
    • Alternativen für Mikroplastikpartikel müssen durch unabhängige Institute auf human- und ökotoxikologische Unbedenklichkeit hin überprüft werden
    • Um die Verschmutzung durch Plastik Pellets an Land und im Meer einzudämmen, braucht es verbindliche und sanktionierbare Maßnahmen gegen Pellet-Verluste für große und kleine Betriebe.  (Siehe auch Themenseite Plastik-Pellets)

    Zur weiteren Vertiefung:

    1. Oliveri Conti et al. 2020: Micro- and nano-plastics in edible fruit and vegetables. The first diet risks assessment for the general population; Walkinshaw et al. 2020: Microplastics and seafood: lower trophic organisms at highest risk of contamination; Horton & Barnes 2020: Microplastic pollution in a rapidly changing world: Implications for remote and vulnerable marine ecosystems; Fraunhoferinstitut: Daten und Fakten Mikroplastik ↩︎
    2. Bertling et al. 2018: Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik ↩︎
    3. Bertling et al. 2018: Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik ↩︎
    4. Mortensen et al. 2021: Unintended human ingestion of nanoplastics and small microplastics through drinking water, beverages, and food sources; Cox et al. 2019: Human Consumption of Microplastics; WHO 2019: Microplastics in drinking-water; Kernchen et al. 2022: Airborne microplastic concentrations and deposition across the Weser River catchment ↩︎
    5. Agathokleous et al (2021): Ecological risks in a ‘plastic’ world: A threat to biological diversity?; Fauna & Flora (2023) Marine plastics – a threat to biodiversity and conservation efforts; ETC CE Report 2024/11 Plastics and biodiversity – Impacts of plastics on biodiversity and ecosystems ↩︎
    6. Ragusa et al. 2021: Plasticenta: First evidence of microplastics in human placenta; Correia Prata et al. 2020: Environmental exposure to microplastics: An overview on possible human health effects ↩︎
    7. Swee-Li Yee 2021: Impact of microplastics and nanoplastics on human health; Sona Alungal Sadique et al. (2025): Impact of microplastics and nanoplastics on human Health: Emerging evidence and future directions; Ali et al (2025): Microplastic and nanoplastic pollution and associated potential disease risks ↩︎

    Steckbrief Plastik: Abfallverbringungsverordnung

    (Engl. Waste Shipment regulation)


    Die Verordnung über die Verbringung von Abfällen, baut auf den Bestimmungen des „Basler Übereinkommens über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung“ und des damit verbundenen OECD-Beschlusses auf und setzt diese unmittelbar in geltendes Gemeinschaftsrecht um. Sie gilt für die Verbringung (Einfuhr und Ausfuhr) von Abfällen innerhalb der EU sowie in die EU hinein und heraus.

    Die Verordnung verbietet den Export von Abfällen zur Beseitigung (z.B. durch Verbrennung) in Drittstaaten. Außerdem verbietet sie den Export von gefährlichen und problematischen Abfällen zur Verwertung in Nicht-OECD-Staaten. Nur der Export nicht gefährlicher („grün gelisteter“) Abfälle ist in Nicht-OECD-Länder erlaubt. Die Empfängerländer müssen der Europäischen Kommission nachweisen, dass sie die Abfälle umweltverträglich behandeln können. Andernfalls wird die Ausfuhr ausgesetzt.

    Die Verbringung von Plastikabfällen unterliegt einer besonderen Regelung, die je nach Art der Plastikabfälle (gefährlich, schwer recycelbar & sauber, nicht gefährlich, für das Recycling bestimmt) und Bestimmungsort der Abfälle (EU, OECD, Nicht-OECD) unterschiedliche Verfahren vorsieht. Der Export von Plastikabfällen in Nicht-OECD-Länder ist ab November 2026 verboten. Ab Mai 2029 können diese Länder eine Ausnahmegenehmigung zum Import solcher Abfälle beantragen, wenn sie nachweisen können, dass sie in der Lage sind, Abfälle der Kategorie „sauber, nicht gefährlich, zum Recycling bestimmt“ umweltgerecht zu entsorgen.

    Aktualität

    Im November 2021 legte die EU-Kommission einen Vorschlag zur Reform der Vorschriften für die Verbringung von Abfällen vor. Nach Durchlaufen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens ist die reformierte Verordnung am 20. Mai 2024 in Kraft getreten.
    In Deutschland wird die Ausführung bzw. Umsetzung der EU-Verordnung durch das Abfallverbringungsgesetz (AbfVerbrG) festgehalten.

    Warum ist das Wichtig

    Plastikmüllexporte haben verheerende Folgen für Menschen, Umwelt und Klima. Indem reiche und verbrauchsstarke Länder wie Deutschland ihren Plastikmüll in einkommensschwächere Drittländer exportieren, bürden sie diesen die tatsächlichen Kosten einer ordnungsgemäßen Entsorgung auf, während sie sich selbst des Abfallproblems und damit der Verantwortung zur Abfallvermeidung entledigen. Untersuchungen zeigen, dass von Drittländern importierte Plastikabfälle häufig unsachgemäß behandelt werden und z.B. auf wilden Deponien landen oder verbrannt werden. Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen vor Ort, die lokalen Ökosysteme und das Klima sind verheerend, da schädliche Chemikalien und Treibhausgase freigesetzt werden. Aus dem Ausland eingeführter Plastikmüll belegt oft ohnehin schon knappe Recyclingkapazitäten in Empfängerländern. Dadurch wird die sachgerechte Verwertung des eigenen Abfalls erschwert bis unmöglich gemacht. 

    Plastikmüllexporte stellen ein Schlupfloch für die Erreichung der EU-Ziele zur Kreislaufwirtschaft dar, da aus Deutschland exportierten Kunststoffabfälle in die Recyclingquoten mit eingerechnet werden, unabhängig davon, was dann tatsächlich mit ihnen passiert.

    Exit Plastik Kernforderungen

    Deutschland gehört zu den Industrieländern, die besonders viele Kunststoffabfälle erzeugen und in hohen Mengen Kunststoffabfälle exportieren – knapp 700.000 Tonnen im Jahr 2023. Deshalb trägt Deutschland eine besondere Verantwortung. Unser Plastikmüllproblem muss in Deutschland gelöst werden wobei Abfallvermeidung an erster Stelle stehen muss.

    Das EU-Verfahren zur Gewährung von Ausnahmen vom Verbringungsverbot für Abfälle könnte neue legale Wege für die Verbringung von Abfällen schaffen. Wenn Ausnahmen gewährt werden, wird die Verbringung unter dem Deckmantel der „Ressourcenrückgewinnung“ legitimiert. Wettbewerbsdruck entsteht, die regionale Zusammenarbeit wird untergraben, der Aufbau inländischer Mehrweg- und Recycling-Kapazitäten verzögert oder sogar verhindert, Umweltvorschriften werden geschwächt. Das darf nicht passieren!

    Forderungen zur Abfallverbringungsverordnung:

    • Plastikmüll muss in erster Linie vermieden werden, z.B. durch den flächendeckenden Ausbau von unverpackt-Angeboten und schadstofffreien und ressourcenschonenden Mehrwegsystemen.
    • Plastikmüll sollte in dem Land behandelt und recycelt werden, in dem er produziert wurde.
      • Deutschland darf demnach gar keine Plastikmüllexporte vornehmen.
      • Auf EU-Ebene sollte ein langfristiges Exportverbot für alle Arten von Plastikmüll in alle Nicht-EU-Staaten erwirkt werden – und keine Ausnahmeregeln erlaubt werden (auch nicht nach 2029)
    • Die Umsetzung des Basler Übereinkommens und dessen Änderungen/Ergänzungen durch Unternehmen muss streng kontrolliert und bei nicht-Achtung strikt geahndet werden.
    • Illegaler Abfallhandel muss durch angemessene Maßnahmen verhindert und bekämpft werden.
    • Deutschland muss sich im Rahmen des Basler Übereinkommens dafür einsetzen, dass Produkte, die Plastik enthalten, wie beispielsweise Textilien, auch unter die Codes A3210 (gefährliche Kunststoffabfälle) oder Y48 (sonstige Kunststoffabfälle) eingestuft werden.
    • Deutschland muss für die Beseitigung der Schäden durch deutschen Plastikmüll und die fachgerechte Sanierung von illegalen Müllhalden in Empfängerländern Sorge tragen. Illegal verschiffter Plastikmüll muss nach Deutschland zurückgeführt und fachgerecht entsorgt werden.
      • Die Finanzierung der Maßnahmen muss gemäß dem Verursacherprinzips von den verursachenden plastikproduzierenden Unternehmen übernommen werden.

    Links:

    Kompass Chemikalienpolitik

    Eine Einführung in die Chemikalienpolitik aus zivilgesellschaftlicher Perspektive

    Mit diesem Kompass zeigt das Bündnis  Giftfreie Zukunft auf, warum eine kohärente, ambitionierte und wirksame Chemikalienpolitik unverzichtbar ist – und wie ihr selbst aktiv zu ihrem Gelingen beitragen könnt.

    Website zum Kompass

    Plastikkollaps

    Plastikkonsum macht uns und unseren Planeten krank

    Der neue Greenpeace Bericht zeigt: Plastik ist nicht nur Müllproblem, sondern auch Gesundheits- und Klimakrise – angetrieben durch fossile Rohstoffe. Er fasst zentrale Fakten zusammen und fordert im Vorfeld der INC 5.2 in Genf ein verbindliches Abkommen zur drastischen Reduktion der Plastikproduktion.

    Website zum Bericht

    Pressekommentar: Jährlicher Refill Day zeigt Notwendigkeit von Mehrweg – auch ohne Plastik

    Pressekommentar – Anlässlich des World Refill Day, dem „Welttag des Nachfüllens“, am 16. Juni fordert das zivilgesellschaftliche Bündnis Exit Plastik, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Mehrweglösungen und verpackungsfreies Einkaufen zum neuen Normal zu machen, um unnötigen Plastikmüll zu vermeiden.
    Dabei muss auch hier der entscheidende Schritt zu weniger Plastik gegangen werden. Denn auch im Mehrwegbereich können gesundheitsschädliche Stoffe aus Plastik in unsere Nahrung gelangen. Das zeigt auch das Fact Sheet „Risikobehälter: Plastikmaterialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen“ (Exit Plastik, 2025) auf.