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Zur zusammenfassenden Strukturierung.
Zu diesem Themenfeld gehören die Themen Brand Audit, Abfallvermeidung, Mehrweg, Reduktion, Refill, Unverpackt, Zero Waste, Herstellerverantwortung.

Plastik-Tool

Bildungsinstrument für Kinder und Jugendliche

Das WECF Plastik-Tool ist ein vielseitiges Bildungsinstrument für den Einsatz in Schule, Hort und außerschulischer Bildung.

Das Tool besteht aus modularen Lerneinheiten, die Fachwissen mit kreativen und spielerischen Methoden verbinden. Ziel ist es, junge Menschen für die Zusammenhänge zwischen Plastik, Umwelt und Gesundheit zu sensibilisieren – und ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Lebensmittel ohne Plastik für alle

Lebensmittel ohne Plastik für alle!

Fordere mit uns politische Maßnahmen für Lebensmittel ohne Plastik für alle!

Wer heute in Deutschland Lebensmittel einkauft, kann Plastik kaum noch entkommen. Unsere Nahrung ist standardmäßig von Kunststoff umhüllt[1] – und damit von einem fossilen Material, das niemals verrottet,[2] sondern sich zersetzt, abreibt und mitsamt einer Vielzahl oft toxischer chemischer Stoffe in unsere Lebensmittel übergehen kann.[3] Der Supermarkt ist längst ein Ort alltäglicher Plastikbelastung geworden.[4]


[1] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index.

[2] UNEP (2023): Turning off the Tap: How the World Can End Plastic Pollution and Create a Circular Economy.

[3] Geueke B. et al. (2023): Systematic evidence on migrating and extractable food contact chemicals. Critical Reviews in Food Science and Nutrition.

[4] Fauroux M., Boucher J., Perreard S. (2026): From Pack to Plate: A Global Assessment of Micro- and Nanoplastics Migrating from Food Packaging into Food. Earth Action.

Rund 66 % unserer Lebensmittel und Getränke werden in deutschen Supermärkten in Kunststoffbehältnissen oder – verpackungen verkauft – bei Fleisch und Fisch (ca. 84 %), Molkereiprodukten (ca. 83 %) und Getränken (ca. 80 %) ist Plastik praktisch Standard.[1] Damit ist Kunststoff zur dominierenden Schnittstelle zwischen Nahrung und menschlichem Körper geworden.[2]

Diese Situation ist kein Zufall. Noch in den 1950er-Jahren wurden Lebensmittel überwiegend lose oder in Glas, Papier und Metall verkauft. Mit der massenhaften Einführung von Einwegkunststoffen seit den 1970er- und 1980er-Jahren wurden Mehrweg- und Thekensysteme systematisch zurückgedrängt[3] – zugunsten eines hochgradig plastikabhängigen Vertriebssystems, dem sich Verbraucher:innen  heute kaum entziehen können.[4]


[1] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index.

[2] Fauroux M., Boucher J., Perreard S. (2026): From Pack to Plate: A Global Assessment of Micro- and Nanoplastics Migrating from Food Packaging into Food. Earth Action.

[3] Umweltbundesamt (UBA) (2012): Historische Entwicklung von Verpackungen und Verpackungsabfällen in Deutschland. Dessau-Roßlau.

[4] Fernie J, Sparks L (eds.) (2004): Logistics and Retail Management.

Was heute wissenschaftlich eindeutig ist: Kunststoffverpackungen können winzige Mikro- und Nanoplastikpartikel sowie weitere chemische Bestandteile aus der Verpackung in unsere Lebensmittel abgeben.[1] Dieser Übergang findet nicht nur im Labor statt, sondern im ganz normalen Alltag – durch Drücken, Knicken, Öffnen, Transport, Erhitzen, Einfrieren oder den Kontakt mit Fett und Säure. Gerade heiße, fetthaltige oder saure Lebensmittel fördern diese Abgabe besonders stark – und genau diese Produkte werden besonders häufig in Kunststoff verkauft.[2]

Damit können Plastikpartikel zusammen mit einer Vielzahl von oft unbekannten chemischen Stoffen aus der Verpackung in die Nahrung gelangen – und von dort in unsere Körper.[3] Kleinere Partikel, insbesondere im Nano- und Submikrometerbereich, können biologische Barrieren überwinden und sich im Organismus verteilen. Studien zeigen, dass sie in den Blutkreislauf gelangen und längst fast alle unsere Organe erreicht haben, vom Gehirn bis hin zur Plazenta ungeborener Kinder. Parallel verdichten sich Hinweise, dass Mikro- und Nanoplastik Entzündungsprozesse, zellulären Stress und Störungen zentraler biologischer Systeme begünstigen, mit möglichen Bezügen zu Herz-Kreislauf-, Immun- und Stoffwechselerkrankungen.[4]

Die wissenschaftlichen Befunde sind alarmierend:
Eine Übersichtsstudie fand in mehr als 150 Fällen Mikro- oder Nanoplastik in Lebensmitteln oder Modell-Lebensmitteln, die mit für den Lebensmittelkontakt vorgesehenen Kunststoffmaterialien wie Plastikverpackungen in Berührung kamen.[5] Das ist kein Einzelfund – es ist ein systembedingtes Muster.


[1] Food Packaging Forum / npj Science of Food (2025): Systematic evidence map on micro- and nanoplastics from food contact articles.

[2] Food Packaging Forum (2025) Evidence Map.

[3] FAO (2022): Microplastics in food commodities.

[4] Yang Y., et al. (2025): Micro- and nanoplastics in the human body: toxicokinetics, biological barriers and organ distribution.

[5] Hernandez LM et al. / Food Packaging Forum (2025): Systematic evidence map of micro- and nanoplastics from food contact articles.

Diese Gesundheitsbelastung ist zugleich eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Menschen mit geringem Einkommen und gerade Familien kaufen überwiegend dort ein, wo Plastik am dominierendsten ist: in Discountern. Diese Märkte enthalten ihren Kund:innen systematisch verpackungsarme Alternativen vor – Frischetheken, lose Ware oder Mehrwegangebote fehlen dort fast vollständig. Günstige Eigenmarken sind nahezu immer in Einwegplastik verpackt.[1]

Wer auf verpackungsfreie oder verpackungsarme Alternativen ausweichen möchte, findet diese meist nur in Bioläden, Unverpackt-Geschäften oder auf Wochenmärkten – häufig teurer und räumlich schlechter erreichbar. Das Ergebnis ist ein struktureller Zwang: Wer weniger Geld hat, ist im Alltag stärker Plastik und damit höheren Gesundheitsrisiken ausgesetzt.[2]


[1] Deutsche Umwelthilfe (DUH) (2024): Supermarktcheck Plastik. Berlin.

[2] Umweltbundesamt (UBA) (2025): Umweltgerechtigkeit – Umwelt, Gesundheit und soziale Lage. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

Besonders brisant ist, dass ein großer Teil dieser Belastung vermeidbar wäre. Nahezu 48 % der untersuchten Lebensmittelverpackungen aus Plastik gelten als unnötig oder problemlos ersetzbar.[1] In Deutschland entstehen dadurch jedes Jahr rund 38,6 Milliarden überflüssige Plastikverpackungen für Lebensmittel – und eine dauerhaft steigende Plastikbelastung für Mensch und Umwelt.


[1] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index. London: Retail Economics / DS Smith.

Die wissenschaftlichen Hinweise sind heute so eindeutig, dass weiteres Abwarten unverantwortlich ist. Das Vorsorgeprinzip verpflichtet Politik und Wirtschaft zum Handeln – jetzt!

Das Vorsorgeprinzip – fest verankert im EU-Recht und in Deutschland – bedeutet: Sobald ein plausibles Risiko für Umwelt oder Gesundheit erkennbar ist, müssen vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden – bevor der letzte wissenschaftliche Beweis für jedes Detail vorliegt.[1]

Genau das ist hier der Fall. Die Evidenz zu Mikro- und Nanoplastik ist erdrückend: Der Übergang aus Verpackungen in Lebensmittel – mitsamt oft toxischen oder unbekannten chemischen Stoffen -, ihre Aufnahme in den Körper, biologische Wirkungen auf Zellen und Entzündungsprozesse sind vielfach belegt. Gleichzeitig zerfällt Plastik weiter – die Belastung wächst jeden Tag.[2] [3]

Nicht zu handeln, obwohl diese Risiken klar benannt sind, ist politisches und wirtschaftliches Wegsehen – auf Kosten der Gesundheit von Millionen Menschen.
Das Vorsorgeprinzip verpflichtet Staat und Unternehmen, diese Belastung zu reduzieren. Jeder weitere Aufschub ist unverantwortlich.


[1] European Commission (2000): Communication from the Commission on the Precautionary Principle (COM(2000) 1 final). Brussels: European Commission.

[2] University of Birmingham (2025): Global plastic pollution treaty essential to tackle growing health risks to all life on Earth.

[3] Food Packaging Forum / npj Science of Food (2025): Systematic evidence map on food contact materials and MNP.

Jetzt die Petition unterzeichnen:

Für Lebensmittel ohne Plastik für alle!

    Petition teilen:

    Petition an Bundesumweltminister Carsten Schneider

    Sehr geehrter Herr Bundesumweltminister Schneider,

    immer mehr wissenschaftliche Studien zeigen, dass unsere Lebensmittel durch Kunststoffverpackungen mit Mikro- und Nanoplastik sowie darin enthaltene weitere chemische Verpackungsbestandteile belastet werden – und dass diese Stoffe in den menschlichen Körper gelangen können.[1] Die Hinweise auf mögliche gesundheitliche Folgen sind so zahlreich und besorgniserregend, dass weiteres Abwarten nicht verantwortbar ist.[2] Selbst dort, wo noch Forschungsbedarf besteht, greift das Vorsorgeprinzip:[3] Wenn ein plausibles Risiko besteht, muss gehandelt werden. Deshalb wenden wir uns mit einer dringenden Forderung an Sie:

    Alle Menschen in Deutschland müssen die Möglichkeit haben, Lebensmittel ohne Kunststoffverpackungen in gängigen Supermärkten und Discountern – und ohne Preisaufschlag – kaufen zu können.

    Dieses Recht existiert heute nicht. Für die meisten Menschen ist der Alltagseinkauf zwangsläufig mit Kunststoffverpackungen verbunden[4] – und damit mit einer vermeidbaren Belastung durch Mikro- und Nanoplastik sowie weiteren chemischen Verpackungsbestandteilen, die in Lebensmittel übergehen können. Besonders betroffen sind Kinder, Familien und Menschen mit geringem Einkommen, die kaum Zugang zu verpackungsarmen Alternativen haben.[5]

    Die Fakten sind eindeutig:

    • Über 50 % der vom Menschen aufgenommenen Plastikpartikel stammen aus Lebensmitteln und Getränken.[6]
    • Fast die Hälfte der heutigen Lebensmittelverpackungen aus Plastik ist unnötig oder durch andere Materialien ersetzbar.[7]
    • Plastikarme und plastikfreie Mehrwegangebote, lose Ware und verpackungsarme Systeme funktionieren – sie werden im Massenmarkt jedoch nicht bereitgestellt.

    Damit werden Tag für Tag vermeidbare Gesundheitsrisiken in Kauf genommen, obwohl praktikable und sichere Alternativen existieren.

    Das Vorsorgeprinzip, das in Deutschland und der EU gilt, verpflichtet dazu, bei erkennbaren Risiken für Gesundheit und Umwelt präventiv zu handeln – bevor irreversible Schäden für Verbraucher:innen entstehen. Die wissenschaftliche Lage zu Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln ist heute so eindeutig, dass weiteres Abwarten nicht mehr zu rechtfertigen ist.[8]

    Nicht zu handeln bedeutet, die schleichende Belastung unserer Lebensmittel und unserer Körper fortzusetzen. Plastik zerfällt und gibt Schadstoffe ab – und mit jeder weiteren Einwegverpackung wächst die Belastung.[9]

    Wir fordern Sie daher auf, die politischen Rahmenbedingungen so zu setzen, dass ein flächendeckendes, bezahlbares und barrierefreies Angebot an plastikfreien oder stark verpackungsreduzierten Lebensmitteln entsteht.

    Das bedeutet konkret:

    • Plastikfreie Mehrweg-Poolsysteme für Lebensmittel systematisch aufzubauen und zu fördern,
    • verpackungsfreie oder -arme Optionen verbindlich in Supermärkten und Discountern einzuführen,
    • Preisgleichheit zwischen Einweg und Mehrweg sicherzustellen,
    • und alle Maßnahmen am Vorsorgeprinzip auszurichten – besonders zum Schutz von Kindern und einkommensschwachen Haushalten.

    Das Recht auf gesunde Nahrung darf nicht vom Geldbeutel oder vom Wohnort abhängen. Heute jedoch zwingt das bestehende System Millionen Menschen dazu, ihre Lebensmittel in Kunststoff zu kaufen – und damit bei jedem Einkauf eine vermeidbare Gesundheitsbelastung in Kauf zu nehmen.

    Schützen Sie unsere Gesundheit. Helfen Sie mit, ein Ernährungssystem zu schaffen, das niemanden gefährdet und allen Menschen den Zugang zu sicheren, plastikfreien Lebensmitteln ermöglicht.


    [1] Food Packaging Forum / npj Science of Food (2025): Systematic evidence map of micro- and nanoplastics from food contact articles.

    [2] Yang Y. et al. (2025): Micro- and nanoplastics in the human body: toxicokinetics, biological barriers and organ distribution.

    [3] European Commission (2000): Communication from the Commission on the Precautionary Principle (COM(2000) 1 final). Brussels: European Commission.

    [4] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index. London: Retail Economics / DS Smith

    [5] Umweltbundesamt (UBA) (2025): Umweltgerechtigkeit – Umwelt, Gesundheit und soziale Lage. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

    [6] FAO (2022): Microplastics in Food Commodities – A Food Safety Review on Human Exposure through Dietary Sources. Rome: FAO.

    [7] Retail Economics & DS Smith (2024): The Material Change Index. London: Retail Economics / DS Smith.

    [8] University of Birmingham (2025): Global plastic pollution treaty essential to tackle growing health risks to all life on Earth.

    [9] Muncke J. et al. (2020): Impacts of food contact chemicals on human health. Environment International.

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    123 Tage nach dem Rücktritt des früheren INC-Vorsitzenden wurde am 7. Februar 2026 bei INC5.3 in Genf ein neuer Vorsitzender gewählt: Julio Cordano, Direktor für Umwelt, Klima und Ozeane im chilenischen Außenministerium. In einer Stichwahl setzte er sich mit 63 % der Stimmen gegen den senegalesischen Kandidaten durch; zuvor war Pakistans Kandidatin im ersten Wahlgang ausgeschieden. INC5.3 hatte nur diesen einen Tagesordnungspunkt, aber trotz intensiver Bemühungen einzelner Staaten, eine Abstimmung zu vermeiden und zeitlich zu verzögern, wurde Cordano erst nach 7,5 Stunden Wahlprozess bestätigt. Trotzdem ein deutliches Signal für Handlungsfähigkeit in schwierigen Zeiten, denn endlich wurde eine Abstimmung durchgeführt, nachdem keine Einigung im Konsensverfahren erreicht wurde.

    Cordano ist ein erfahrener Diplomat und derzeit auch Vorsitzender der OECD-Expert*innengruppe zu Klimafragen. In seinen ersten Worten kündigte er an, die Arbeitsweise verbessern zu wollen. Er sprach von notwendiger „Flexibilität und Pragmatismus“, versprach Vorhersehbarkeit und “keine Überraschungen“ und betonte, er werde aktiv auf Staaten zugehen, die bereit sind, Lösungen zu finden.

    Nach Monaten der Unsicherheit braucht der Prozess frischen Wind, Klarheit und Führung. Angesichts der tiefen politischen Spannungen und der enormen industriepolitischen Interessen erwarten wir vom neuen Vorsitzenden einen transparenten, inklusiven und ambitionierten Verhandlungsprozess. Nur wenn Offenheit, Beteiligung und klare Zielorientierung gewährleistet sind, kann der globale Plastikvertrag das leisten, was dringend notwendig ist: verbindliche Maßnahmen zur Reduktion der Plastikproduktion, zur Förderung von Wiederverwendungssystemen und zur Eliminierung und Rückverfolgung von Schadstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

    Die kommenden Verhandlungsrunden werden entscheidend sein, allerdings steht noch kein Termin fest. Der Zeitplan ist dicht mit anderen internationalen Konferenzen belegt, der politische Druck ist jedoch weiterhin hoch. Umso wichtiger ist es, dass der neue Vorsitz den Prozess inklusiv, strukturiert, transparent und lösungsorientiert gestaltet. Wir hoffen, dass unter Julio Cordanos Leitung ein Verhandlungsumfeld entsteht, das Blockaden überwindet und zugleich den Mut hat, ambitionierte Entscheidungen sowie die Möglichkeit von Abstimmungen voranzubringen. Die Welt braucht keinen kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern einen wirksamen Vertrag gegen die Plastikverschmutzung.

    Für ein globales Plastikabkommen!

    Um die anhaltende Bedrohung der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt durch Plastik zu beenden, brauchen wir ein verbindliches globales Plastikabkommen, das den gesamten Lebenszyklus von Plastik umfasst, einschließlich der Rohstoffgewinnung, der Produktion, des Transports, der Nutzung, der Entsorgung und der Sanierung. Regierungsvertreter*innen müssen Ende Februar, bei der UNEA 5.2 in Nairobi, die Weichen dafür stellen.

    Positionspapier zur kommunalen Verpackungssteuer

    Ein Positionspapier der Initiative Verpackungswende

    Kommunale Verpackungssteuern sind gegen den massiven Verbrauch von Einwegverpackungen ein wirksamer Hebel: Während bisher größtenteils die Allgemeinheit für die Folgekosten der Einwegnutzung aufkommt, setzt die Steuer verursachergerecht bei denjenigen an, die trotz vorhandenen Mehrwegalternativen Einweg nutzen. Durch den finanziellen Anreiz fördert sie die Nutzung von Mehrweg, reduziert so den Verbrauch von Einweg und entsprechend das Müllaufkommen im öffentlichen Raum bei gleichzeitig vertretbarem Aufwand für Gastronomie und Verwaltung.

    In dem gemeinsamen Positionspapier der Initiative Verpackungswende spricht sich die Initiative für kommunale Verpackungssteuern aus macht deutlich, welche Veränderungen jetzt nötig sind.

    Die Initiative Verpackungswende ist ein Zusammenschluss aus Wirtschaftsunternehmen, Verbänden und Umweltorganisationen – darunter auch Exit Plastik.

    Positionspapier Kreislaufwirtschaft

    Das Positionspapier „Mehr als Recycling – Kreislaufwirtschaft richtig machen“ definiert den Begriff der Kreislaufwirtschaft und zeigt auf, warum Recycling allein nicht ausreicht, um die Ressourcen-, Klima-, Biodiversitäts- und Plastikkrise zu lösen. Kreislaufwirtschaft muss im umfassenden Sinn verstanden werden – als System, das Ressourcenverbrauch vermeidet, Produkte langlebig gestaltet und Stoffkreisläufe tatsächlich schließt.

    Zugleich warnt es vor Fehlentwicklungen: Wenn Kreislaufwirtschaft auf Recycling und technische Lösungen am Ende der Wertschöpfungskette reduziert wird, bleiben lineare Strukturen bestehen.

    Exit Plastik fordert daher eine echte Transformation hin zu einer ressourcen- und gesundheitsorientierten Wirtschaftsweise:
    Vermeidung vor Verwertung, Qualität vor Masse und die Realisierung von Kreislaufkultur im Alltag.

    Inhalte des Positionspapiers:

    • Was heißt Kreislaufwirtschaft? – Definition, Abgrenzung zum linearen Wirtschaftsmodell, Verständnis von Zirkularität
    • Das umfassende Konzept (10-R-Modell) – Strategien des Vermeidens, Wiederverwendens und Recyclens; Hierarchie der Zirkularität
    • Grenzen der Kreislaufwirtschaft – Physikalische und systemische Einschränkungen, Verhältnis zu Wirtschaftswachstum, Bedeutung von Suffizienz
    • Wie Kreislaufwirtschaft aussehen sollte – Vermeidung an erste Stelle setzen, lang verwendbare und sichere Produkte designen und Kreislaufkultur im Alltag ermöglichen

    Steckbrief Plastik

    Einwegkunststofffondsgesetz

    Das Einwegkunststofffondsgesetz verpflichtet Hersteller von bestimmten Einwegplastikprodukten wie To-Go-Bechern, leichten Tragetaschen, Luftballons und Tabakfiltern zur Zahlung einer Abgabe.
    Der Fonds soll die Kommunen bei den Kosten für die Beseitigung und Entsorgung von Einwegplastikmüll entlasten und für Sensibilisierungsmaßnahmen genutzt werden. Die Höhe der Zahlung richtet sich nach der Menge der auf dem Markt bereitgestellten oder verkauften Produkte.

    Das Gesetz wurde am 11. Mai 2023 verkündet und ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten. Ab 2025 sollen die betroffenen Plastikhersteller in den vom Umweltbundesamt verwalteten Fonds einzahlen (Berechnungsgrundlage: 2024 in Verkehr gebrachte Produktmenge). Ab 2026 gilt dies auch für Hersteller von Feuerwerkskörpern.

    Das Gesetz wurde am 11. Mai 2023 verkündet und ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten. Ab 2025 sollen die betroffenen Plastikhersteller in den vom Umweltbundesamt verwalteten Fonds einzahlen (Berechnungsgrundlage: 2024 in Verkehr gebrachte Produktmenge). Ab 2026 gilt dies auch für Hersteller von Feuerwerkskörpern.

    Relevanz für Plastik

    Hersteller und Inverkehrbringer von Plastik und Plastikprodukten müssen Teil der Lösung des von ihnen mitverursachten Problems sein. Gemäß dem Verursacherprinzip bedeutet eine ernstzunehmende Herstellerverantwortung u.a. die konsequente Internalisierung der Gesundheits-, Klima- und Umweltkosten von Kunststoffprodukten entlang des gesamten Lebenszyklus. Das EWKFondsG ist ein erster Schritt, um dies in der Abfallwirtschaft umzusetzen.

    Exit Plastik Kernforderungen

    Die durch das EWKFondsG vorgesehene Kostenübernahme durch Hersteller und Inverkehrbringer ist ein wichtiger erster Schritt zur Umsetzung des Verursacherprinzips. Die Höhe der Abgabe reicht jedoch nicht aus, um eine Lenkungswirkung in Richtung einer Verringerung der Produktion von Einwegplastikprodukten und -verpackungen und damit mehr Ressourcen-, Klima- und Gesundheitsschutz zu erzielen. Es bedarf weiterer gesetzlicher Maßnahmen, um Vermeidung und Wiederverwendung zu fördern und Hersteller und Inverkehrbringer für die Sicherheit und Umweltverträglichkeit ihrer Produkte und Verpackungen über den gesamten Lebenszyklus in die Verantwortung zu nehmen.

    Forderungen zum Einwegkunststofffondsgesetz:

    • Policy-Mix mit Fokus auf der Vermeidung von Plastik durch Maßnahmen zur Verringerung der Plastikproduktion sowie zur Vermeidung von Problemverlagerungen, etwa durch den Ersatz von Einwegplastik durch andere Einwegmaterialien wie Papier oder Aluminium. Durch:
      • Einführung einer allgemeinen Einwegverpackungssteuer,
      • konkrete und ambitionierte Verpackungsreduktionsziele,
      • verbindliche Mehrwegquoten in allen Bereichen.
    • Erweiterung der Palette an Plastikprodukten für welche eine Abgabe im Rahmen des EWKFondsG gezahlt werden muss.
    • Ausweitung des Einwegkunststofffonds zu „Anti-Littering-Fonds“, um Einwegprodukte aus anderen Materialien mit einzuschließen (z.B. Aluminiumschalen, Papierverpackungen etc.).
    • Es muss sichergestellt werden, dass Hersteller und Inverkehrbringer die Kosten tragen und diese nicht über höhere Preise auf die Verbraucher*innen abwälzen. Das bedeutet, dass Produkte für Verbraucher*innen durch die Abgaben für den Einwegkunststofffonds oder eine Einwegsteuer nicht teurer werden dürfen).

    Links:

    Kompass Chemikalienpolitik

    Eine Einführung in die Chemikalienpolitik aus zivilgesellschaftlicher Perspektive

    Mit diesem Kompass zeigt das Bündnis  Giftfreie Zukunft auf, warum eine kohärente, ambitionierte und wirksame Chemikalienpolitik unverzichtbar ist – und wie ihr selbst aktiv zu ihrem Gelingen beitragen könnt.

    Website zum Kompass

    Stellungnahme ANSES Studie

    In einer neuen Studie hat die französische Lebensmittelsicherheitsagentur ANSES Mikroplastik in einigen Glasflaschen gefunden. Dieses stammt jedoch nicht aus dem Glas selbst. Glas ist ein inertes Material, das keine schädlichen Chemikalien enthält. Es ist besonders sicher in Mehrwegsystemen.