Die EU-Verpackungsverordnung muss in den Mitgliedsstaaten spätestens ab dem 12. August 2026 angewendet werden. Da es sich um eine Verordnung handelt, gilt sie unmittelbar. Das deutsche Verpackungsgesetz (VerpackG) wird entsprechend angepasst. In einem gewissen Rahmen besteht jedoch auch Spielraum für die Gestaltung einzelner Punkte durch die Mitgliedsstaaten. Im Dezember 2025 gab es dazu eine öffentliche Stellungnahme, an der sich auch Exit Plastik beteiligte. Der Gesetzesentwurf wurde am 11. Februar 2026 im Kabinett abgestimmt. Die Regelungen zur Finanzierung von Reduzierungs- und Präventionsmaßnahmen wurden stark vereinfacht und ver"unkonkretisiert". Statt einer festen Abgabe von 5 € pro Tonne in Verkehr gebrachter Einwegverpackungen an die zentrale Stelle, wie im ursprünglichen Entwurf vorgesehen, gibt es nun nur noch eine lose Verpflichtung, in Maßnahmen zur Verpackungsreduzierung und -prävention zu investieren. Das Ziel, Verpackungen durch Wiederverwendung oder -befüllung zu vermeiden, wird so aus Sicht von Exit Plastik deutlich geschwächt.
123 Tage nach dem Rücktritt des früheren Vorsitzenden des zwischenstaatlichen Verhandlungsausschusses (INC), wurde am 7. Februar 2026 bei INC-5.3 in Genf ein neuer Vorsitzender gewählt: Julio Cordano, Direktor für Umwelt, Klima und Ozeane im chilenischen Außenministerium. Nach Monaten der Unsicherheit braucht der Prozess frischen Wind, Klarheit und Führung. Wir hoffen, dass unter Julio Cordanos Leitung ein Verhandlungsumfeld entsteht, das Blockaden überwindet und zugleich den Mut hat, ambitionierte Entscheidungen sowie die Möglichkeit von Abstimmungen voranzubringen. Die Welt braucht keinen kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern einen wirksamen Vertrag gegen die Plastikverschmutzung.
Keine schnelle Wunderkur, keine kurzgegriffenen Verhaltensänderungen, kein blinder Technikglaube: Die Plastikkrise lässt sich nicht mit leeren Versprechen, sondern nur mit systemischen Lösungen beenden. Die Umwelt- und Gesundheitsprobleme, die mit Plastik in Verbindung stehen, sowie die stetig wachsende Neuproduktion von Plastik haben ihre Wurzeln in den Produktionsmustern der chemischen Industrie. Exit Plastik räumt mit gängigen Plastikmythen auf und entzaubert wundersame Erzählungen zu Plastik:
In unserem illustrierten neuen Fact Sheet machen wir deutlich: Es existiert keine Wunderpille gegen die Plastikkrise! Wir brauchen echte und strukturelle Veränderungen für weniger Plastik. Verabschieden wir uns von Scheinlösungen!
In den letzten Monaten haben wir unsere Webseite umfassend überarbeitet. Umso mehr freut es uns, sie nun vorstellen zu können. Neu hinzugekommen sind unter anderem
Viel Freude beim Stöbern! www.exit-plastik.de
Mit insgesamt rund 120 Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Praxis sind wir bei der diesjährigen Exit Plastik-Konferenz zusammengekommen. Der Veranstaltungstag mit einer Keynote von Dr. Melanie Bergmann, einem Runden Tisch für die Zivilgesellschaft und einer öffentlichen Podiumsdiskussion war mehr als ein Fachaustausch – er war ein deutliches Signal: Die Bewegung für drastische Plastikreduktion, giftfreie Materialien und ressourcenschonende Mehrweg-Systeme wächst – und sie ist politisch wirksam.
Aktuell prüft die EU-Kommission die 2019 in Kraft getretene EU-Einwegkunststoffrichtlinie (Richtlinie 2019/904/EU). Dabei werden Wirksamkeit und mögliche Schwachstellen evaluiert, was den Weg für eine mögliche Überarbeitung der Richtlinie ebnet. Aus Sicht von Exit Plastik waren die im Rahmen der Richtlinie umgesetzten Maßnahmen grundsätzlich wirksam. Die Wirksamkeit sollte jedoch noch erhöht werden, indem sie durch weitere Maßnahmen zur konsequenten Einweg-Vermeidung und für unverpackt und schadstofffreies Mehrweg als neues Normal ergänzt wird. Jetzt mitmachen! Bürger*innen und alle relevanten Interessensgruppen sind eingeladen noch bis zum 17. März 2026 ihr Feedback zur Bewertung der Richtlinie online einzureichen.
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