Eine Einführung in die Chemikalienpolitik aus zivilgesellschaftlicher Perspektive
Mit diesem Kompass zeigt das Bündnis Giftfreie Zukunft auf, warum eine kohärente, ambitionierte und wirksame Chemikalienpolitik unverzichtbar ist – und wie ihr selbst aktiv zu ihrem Gelingen beitragen könnt.
Die Plastikverschmutzung ist ein globales Problem, das Umwelt, Klima und Gesundheit bedroht. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die internationale Staatengemeinschaft bei der fünften Umweltversammlung der Vereinten Nationen 2022 (UNEA 5.2) beschlossen, ein umfassendes und rechtsverbindliches Abkommen zu entwickeln. Ziel ist es, die weltweite Plastikverschmutzung entlang des gesamten Lebenszyklus zu beenden.
Seit dem UN-Beschluss von 2022 sind Regierungsvertreter:innen und andere Interessengruppen zu mehreren zwischenstaatlichen Verhandlungsausschüssen (Intergovernmental Negotiation Committees = INC) sowie zu kleineren Runden zusammengekommen, um die Inhalte und die Ausgestaltung des Abkommens zu diskutieren.
Eine Mehrheit der verhandelnden Staaten – darunter die EU – hat wiederholt die Notwendigkeit eines wirksamen Plastikabkommens betont und sich für zentrale Mindestanforderungen ausgesprochen. Dazu zählen die Reduktion der Plastikproduktion, das Verbot gefährlicher Chemikalien und Einwegprodukte, die Sicherstellung von Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Chemikalien in Produkten und Materialien sowie der Aufbau entsprechender Infrastruktur zur Umsetzung. Dies wurde durch die „Bridge to Busan“-Erklärung und den „Nice Wake-up Call“ untermauert.
Trotz dieser Fortschritte wurden die Verhandlungen durch Debatten über Verfahrensregeln sowie durch Verzögerungstaktiken einiger öl- und plastikproduzierender Staaten behindert. Dies führte dazu, dass die geplante letzte Runde in Busan, Südkorea, im Winter 2024 ohne rechtlich bindenden Vertrag endete und eine zusätzliche Sitzung (INC-5.2) beschlossen wurde. Außerdem waren Teile der Verhandlungen von Einschränkungen der Teilnahme und einem begrenzten Handlungsspielraum indigener Menschen und Beobachter:innen geprägt.
Die nächste und letzte (?) Verhandlungsrunde – INC 5.2
Bei den Verhandlungen vom 5. bis 15. August in Genf kommt es jetzt darauf an, diese Jahrhundertchance für Umwelt und Gesundheit zu nutzen und die Plastikverschmutzung an der Quelle zu stoppen. Das Ergebnis und die Qualität des Vertrags sind jedoch nach wie vor schwer abschätzbar. Derzeit werden verschiedene Szenarien besprochen. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit eines Vertrags außerhalb des UN-Systems im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen in Genf. Vertreter*innen von Exit Plastik sind wieder vor Ort und berichten täglich von den Verhandlungen.
Exit Plastik Forderungen für ein globales Plastikabkommen
Wir fordern ein rechtsverbindliches, globales Plastikabkommen, das über die bloße Abfallregulierung hinausgeht und ambitionierte Ziele setzt, um die Plastikflut zu beenden. Die Umsetzung muss die Schaffung verpflichtender nationaler Aktionspläne sowie die Sicherstellung eines robusten Finanzierungsmechanismus im Sinne des Verursacherprinzips gewährleisten. Es ist essentiell, dass der Abkommenstext nicht durch Profitinteressen der Industrie verwässert wird und die Zivilgesellschaft aktiv in die Abstimmungen einbezogen wird. Zu den wesentlichen Forderungen zählen strenge Reduktionsziele für die Plastikproduktion, der schrittweise Phase-out von gefährlichen Chemikalien, Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Chemikalien in Plastikprodukten und -materialien. Bei der Entwicklung und Umsetzung des Plastikabkommens müssen auch eine Just Transition und Menschenrechte berücksichtigt werden. Es wird von Deutschland und der EU ein klares Bekenntnis zu einem ambitionierten Abkommen sowie eine aktive Koalitionsbildung mit progressiven Staaten gefordert.
BreakFreeFromPlastic – Manifest für eine Zukunft ohne Plastikverschmutzung!
Im Vorfeld der Verhandlungen haben mehr als 600 zivilgesellschaftliche Organisationen aus der ganzen Welt das „Manifest für eine Zukunft frei von Plastikverschmutzung“ unterzeichnet, einen dringenden Aufruf an die Staats- und Regierungschefs, sich für die Rechte der Menschen auf eine gesunde Umwelt einzusetzen. Initiiert wurde das Manifest von der globalen “Break Free From Plastic” Bewegung – es besteht weiterhin die Möglichkeit der Zeichnung durch zivilgesellschaftliche Organisationen.
Kurzbericht „Plastikkollaps“ von Greenpeace im Vorfeld von INC 5.2
Plastik ist nicht nur Müllproblem, sondern auch Gesundheits- und Klimakrise – angetrieben durch fossile Rohstoffe. Der Bericht fasst zentrale Fakten zusammen und fordert im Vorfeld der INC 5.2 in Genf ein verbindliches Abkommen zur drastischen Reduktion der Plastikproduktion.
Als Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen teilen wir eine Vision: Eine Welt ohne Plastikverschmutzung und die Belastung durch gefährliche Chemikalien. Wir setzen und gemeinsam für eine echte Kreislaufwirtschaft ein, in der der Verbrauch wertvoller Ressourcen und die Verwendung gefährlicher Stoffe in erster Linie vermieden werden und in der schadstofffreie Mehrwegsysteme für Alle der Standard sind.
Als Teil der weltweiten #breakfreefromplastic-Bewegung machen wir uns auch auf EU- und globaler Ebene stark, um die Plastikflut zu stoppen.
Mitglieder*: a tip: tap e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace e.V., Heinrich-Böll-Stiftung, HEJSupport e.V., Women Engage for a Common Future e.V. (WECF), Zero Waste Germany e.V. und Zero Waste Kiel e.V.
Mehr als 600 zivilgesellschaftliche Organisationen aus der ganzen Welt haben das „Manifest für eine Zukunft frei von Plastikverschmutzung“ unterzeichnet, einen dringenden Aufruf an die Staats- und Regierungschefs, sich für die Rechte der Menschen auf eine gesunde Umwelt einzusetzen, wenn sie vom 5. bis 14. August 2025 in Genf, Schweiz, zur nächsten und wahrscheinlich letzten Sitzung der Verhandlungen über das Plastikabkommen (INC 5.2) zusammenkommen.
Nach dreijährigen Verhandlungen über das Plastikabkommen erwartet die Welt, dass sich die Staats- und Regierungschefs bei ihrem nächsten Treffen im August in Genf (Schweiz) auf ein umfassendes Abkommen einigen. Nur ein internationales, rechtsverbindliches Abkommen, wird die Verschmutzung durch Plastik über den gesamten Lebenszyklus hinweg, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung, erfolgreich beenden. Die Welt braucht ein ambitioniertes Abkommen, das die Rechte und die Gesundheit der Menschen wirksam schützen, die Gemeinschaften bewahren und den Planeten erhalten kann.
https://exit-plastik.de/wp-content/uploads/2025/07/Kopie-von-BFFP-Reacts-June-10-2025.png13501080Redakteur*inhttps://exit-plastik.de/wp-content/uploads/2022/12/220720_Logo_Exit_Plastik_Logo_LANG-Transparent_CMYK_neu_anb_329x86-1-300x78.pngRedakteur*in2025-07-23 09:24:062025-07-23 09:29:00Manifest für eine Zukunft ohne Plastikverschmutzung
Plastikkonsum macht uns und unseren Planeten krank
Der neue Greenpeace Bericht zeigt: Plastik ist nicht nur Müllproblem, sondern auch Gesundheits- und Klimakrise – angetrieben durch fossile Rohstoffe. Er fasst zentrale Fakten zusammen und fordert im Vorfeld der INC 5.2 in Genf ein verbindliches Abkommen zur drastischen Reduktion der Plastikproduktion.
Förderung der Abfallvermeidung und Ressourcenschonung – Der Umweltverein Zero Waste Kiel e.V. widmet sich der Abfallvermeidung und -reduzierung sowie der Ressourcenschonung im privaten Bereich (Zero Waste Lifestyle), in Unternehmen und Institutionen sowie in Kommunen (Zero Waste Cities). Wir sammeln technische, wissenschaftliche und organisatorische Lösungen, die diesem Ziel dienen und fördern durch unsere Öffentlichkeitsarbeit den Übergang zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.
Dachverband deutscher Zero-Waste-Organisationen – Zero Waste Germany e.V. ist ein Dachverband mehrerer lokaler, gemeinnütziger Zero-Waste-Organisationen in Deutschland. Unser Ziel ist, ein Umdenken zugunsten einer stetigen Verringerung von Müll und Verschwendung anzuregen. Mit unserer Zero-Waste-Philosophie wollen wir Möglichkeiten für eine ressourcenschonende Lebensweise und nachhaltiges Wirtschaften auf kommunaler sowie nationaler Ebene aufzeigen und die Kreislaufwirtschaft stärken.
International für Frauen*rechte und Gendergerechtigkeit – Als internationale Umweltorganisation setzen wir uns für Frauen*rechte und Gendergerechtigkeit in klimapolitischen Maßnahmen ein. Ziel unserer Arbeit ist, ressourceneffiziente und geschlechtergerechte Transformationsprozesse einzuleiten. Wir beteiligen uns an transnationalen politischen Entscheidungsprozessen zu Chemikalienmanagement, Klima- und Gendergerechtigkeit. Wir legen großen Wert auf die Verbindung zwischen Plastik und Schadstoffen, wie giftige Chemikalien, die in Plastik enthalten sind.
https://exit-plastik.de/wp-content/uploads/2021/06/LOGO_WECF.jpg300300Redakteur*inhttps://exit-plastik.de/wp-content/uploads/2022/12/220720_Logo_Exit_Plastik_Logo_LANG-Transparent_CMYK_neu_anb_329x86-1-300x78.pngRedakteur*in2025-07-10 14:26:532025-10-28 16:50:15Women Engage for a Common Future e.V.
HEJSupport e.V. – HEJSupport setzt sich für eine gesunde Umwelt und Umweltgerechtigkeit für alle ein. Wir unterstützen betroffene Personengruppen und Regionen weltweit, die von Umweltverschmutzung betroffen sind. Dabei arbeiten wir auf globaler, regionaler und nationaler Ebene mit NGOs, Regierungen sowie UNEP, WHO und UNDP zusammen. Wir setzen uns u.a. für eine globales Plastikabkommen und die Integration von Plastikthemen in UN Chemikalien-Konventionen ein.
Demokratie, Menschenrechte und Schutz der globalen Ökosysteme – Die Heinrich-Böll-Stiftung ist die grüne politische Stiftung. Sie steht für grüne Ideen und Projekte, ist eine reformpolitische Zukunftswerkstatt und ein internationales Netzwerk. Wir arbeiten mit über hundert Partnerprojekten in mehr als 60 Ländern zusammen und unterhalten derzeit Büros in über 34 Ländern.
Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur – Greenpeace ist eine internationale Umweltorganisation, die mit direkten gewaltfreien Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur kämpft. Greenpeace ist überparteilich und völlig unabhängig von Politik, Parteien und Industrie. Mehr als 600.000 Fördermitglieder in Deutschland gewährleisten mit ihren Spenden die tägliche Arbeit von Greenpeace zum Schutz der Umwelt.
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