Montag, 11. August 2025

© BreakFreeFrom Plastic
Wir haben die folgenden positiven (✅) und negativen (❌) Punkte beobachtet:
✅Mindestens 120 Länder unterstützen nun einen eigenständigen Artikel zum Thema Gesundheit. Dies würde die Einbeziehung der für Gesundheit zuständigen Ministerien und des gesamten Gesundheitssektors bei der Umsetzung vereinfachen. Einige Länder äußerten die Notwendigkeit, das Thema Gesundheit im gesamten Abkommenstext (insbesondere in den Artikeln 3, 5 und 6) zu berücksichtigen, um bedenkliche Chemikalien, Transparenz bei Zusatzstoffen und Polymertypen sowie damit verbundene Gesundheitsrisiken zu behandeln.
✅Südafrika und Gambia haben im Namen der afrikanischen Verhandlungsgruppe eine Intervention abgegeben, um ihr „[…] starkes Engagement für einen sozial gerechten Wandel zu bekräftigen, der die Beteiligung von Arbeitnehmer:innen in informellen und kooperativen Strukturen, einschließlich Abfallsammler:innen, erleichtert“. Diese Änderungsvorschläge würden „bedeutende Schutzmaßnahmen und Verbesserungen der Lebensgrundlagen von über 40 Millionen Abfallsammler:innen und ihren Familien weltweit gewährleisten“.
✅Bei einer Pressekonferenz von Climate Home News diskutierten Vertreter:innen der Zivilgesellschaft und der panamaische Delegierte Juan Carlos Monterrey Gómez über die Auswirkungen eines schwachen bzw. starken Plastikabkommens auf das Klima.
✅ US-amerikanische Aktivist*innen veranstalteten eine Pressekonferenz über die Bedeutung Schwarzer Stimmen bei INC-5.2 und darüber hinaus. Sie wiesen darauf hin, dass Schwarze Gemeinschaften in den USA nach wie vor stark von globaler Umweltpolitik betroffen sind, jedoch innerhalb der Struktur der Major Groups and Other Stakeholders (MGoS) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEA) nicht offiziell anerkannt werden.
❌ In den Diskussionen über Artikel 19 zum Thema menschliche Gesundheit und Plastik lehnen einige Länder mit geringen Ambitionen weiterhin einen eigenständigen Artikel zum Thema Gesundheit ab. Diese Länder argumentieren, dass diese Aspekte bereits von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) abgedeckt seien. In Wirklichkeit erfordert der Schutz der menschlichen Gesundheit vor den Auswirkungen von Kunststoffen jedoch die Koordinierung zwischen verschiedenen multilateralen Institutionen sowie anderen Akteur:innen auf internationaler und nationaler Ebene.
❌ Der vorgeschlagene Text für Artikel 8 zum Management von Kunststoffabfällen ist nach wie vor schwach. Einige Länder argumentieren unter Berufung auf die Regeln der Welthandelsorganisation und bestehende multilaterale Umweltabkommen (MEAs), dass das Abkommen keine Handelsbestimmungen enthalten sollte. Handelsbestimmungen sind jedoch unerlässlich, um Schlupflöcher zu schließen, die es Ländern mit hohem Einkommen ermöglichen, Lieferungen falsch zu deklarieren, die Regeln zur vorherigen Zustimmung (PIC) zu umgehen und den illegalen Handel mit Abfällen zu erleichtern. Das Abkommen sollte die PIC- und Transparenzanforderungen auf alle Kategorien von Kunststoffabfällen ausweiten, um eine umfassende Überwachung zu gewährleisten und die Umgehung von Vorschriften zu verhindern.
❌ Trotz der Forderungen während der zweiten Plenarsitzung am Samstag, die Verhandlungen zu beschleunigen, kamen die Diskussionen über Finanzmechanismen heute nur langsam voran. Der Großteil der Sitzung konzentrierte sich auf die Diskussion von Änderungen an einer Fußnote und anderen Verfahrensfragen statt auf Verhandlungen über den Text. Viele Länder drängten darauf, mit der Arbeit an Artikel 12 zu beginnen, der den Aufbau von Kapazitäten, technische Hilfe, Technologietransfer und internationale Zusammenarbeit behandelt.
„Die Geschichten, die wir mit uns tragen“: Schwarze Stimmen bei INC-5.2 und darüber hinaus.
Heute haben Black Women for Wellness, The Descendants Project und Break Free from Plastic gemeinsam mit Führungspersonen von Breathe Free Detroit, Port Arthur Community Action Network, Beyond Petrochemicals und EarthDay.org eine Pressekonferenz abgehalten, um während INC-5.2 die Stimmen Schwarzer Menschen in den USA hervorzuheben.
Die Redner*innen betonten, dass Schwarze Gemeinschaften in den USA in jeder Phase des Lebenszyklus der Plastikverschmutzung leiden – sei es an den Grenzen von fossiler Brennstoffgewinnung, Kunststoffproduktion oder Verbrennung –, doch wurden Schwarze Stimmen während der Verhandlungen zum Plastikabkommen massiv von Vertretung und Anhörung ausgeschlossen.
Entstehung von ‚The Thinker’s Burden‘

© Trixie Guerro / BreakFreeFrom Plastic
„The Thinker’s Burden“ ist eine sechs Meter hohe Neuinterpretation von Rodins ikonischer Skulptur, geschaffen vom kanadischen Künstler Benjamin Von Wong zusammen mit SLS Illusions für die Verhandlungen zum Globalen Plastikabkommen INC 5.2. In dieser Version wiegt „Der Denker“ ein Baby in den Armen, sitzt auf Mutter Erde und ist in eine DNA-Strang verwoben – ein eindrucksvolles Symbol für die wachsenden Gesundheits- und Umweltbedrohungen durch eine unregulierte Kunststoffindustrie. Das Kunstwerk wurde aus Pappmaché, Holz, Stahl und lebenden Ranken gefertigt und wird im Verlauf der Verhandlungen langsam von einer Welle aus Plastikmüll verschlungen – eine lebendige Metapher für das toxische Erbe, das wir künftigen Generationen hinterlassen riskieren.
Hier gibt es ein Hintergrundvideo mit dem Künstler: Die Bürde des Denkers – Kunst an der Front der globalen Verhandlungen zum #PlasticsTreaty (INC 5.2) – YouTube








Trixie Guerro / BreakFreeFrom Plastic


