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Plastic Removal Technologies & Ozeanplastik | gemeinsames Positionspapier des Bündnisses

Dieses Positionspapier zeigt auf, warum Plastikmüll aus dem Meer zu fischen Symptombekämpfung und keine Ursachenlösung ist. Es führt auf, welche politischen Maßnahmen jetzt nötig sind.

Technologien zur Plastikentfernung (PRTs) gefährden die Biodiversität und lenken von der eigentlichen Lösung ab – der drastischen Reduktion der Plastikproduktion. Mit Scheinlösungen wie „Ozeanplastik“-Produkten wird Greenwashing betrieben, während die Plastik-Industrie weiter profitiert.

Um den Ozean vor Plastikmüll zu schützen braucht es eine zielgerichtete Vorsorge. Dafür sind politische Maßnahmen auf allen Ebenen notwendig. Plastikvermeidung muss Priorität haben, Kunststoffe und -produkte dürfen keine gefährlichen Chemikalien enthalten und es braucht verbindliche Maßnahmen zum systematischen Ausbau von Mehrweg und Unverpackt-Lösungen. Für den Einsatz von PRTs in Meeren, Flüssen und stark verschmutzten Gebieten sind Einheitliche und verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfungen notwendig.

Newsletter September 2026

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September 2026

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Rot

Lebensmittel ohne Plastik für alle!

"Chemisches Recycling”: keine Gleichsetzung mit mechanischem Recycling im Kreislaufwirtschaftsgesetz!

Klares Bekenntnis zur kommunalen Verpackungssteuer in Hessen – FDP scheitert (erneut) mit Verbotsantrag

World Cleanup Day am 20. September – Herstellende müssen Verantwortung übernehmen!

Neues von den Verhandlungen zu einem internationalen Plastikabkommen

Was sonst noch wichtig ist

Termine

 

Rot

Lebensmittel ohne Plastik für alle!

Wer Lebensmittel einkauft, kann Plastik kaum noch entkommen. Ca. zwei Drittel unserer Lebensmittel werden in Plastikverpackungen verkauft. Beim Öffnen, Drücken oder Knicken können sich Mikro- und Nanoplastikpartikel herauslösen und in unserer Nahrung landen. Und damit in unserem Körper. Studien zeigen: Mikro- und Nanoplastik hat längst fast alle unsere Organe erreicht – vom Gehirn bis zur Plazenta. Gleichzeitig ist plastikfrei Einkaufen noch bei weitem nicht für alle möglich und erschwinglich. Insbesondere Discounter bieten kaum verpackungsfreie Optionen an – dabei sind rund 50% der Plastikverpackungen schon jetzt vermeidbar!

Die wissenschaftlichen Hinweise sind eindeutig und die Risiken für unsere Gesundheit besorgniserregend. Das Vorsorgeprinzip verpflichtet Staat und Unternehmen jetzt die Belastung zu reduzieren. Nicht zu handeln, ist politisches und wirtschaftliches Wegsehen auf Kosten der Gesundheit von Millionen Menschen – besonders von einkommensschwachen Haushalten, wie auch Familien mit Kindern.

Gemeinsam fordern wir die Bundesregierung auf: Lebensmittel ohne Plastik – für alle und ohne Aufpreis!

Kampagnen-Bild Lebensmittel ohne Plastik für alle

 

Blau

"Chemisches Recycling”: keine Gleichsetzung mit mechanischem Recycling im Kreislaufwirtschaftsgesetz!

Ende Juni veröffentlichte die Bundesregierung einen Referent:innen-Entwurf zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Die Änderung zielt u.a. darauf ab, das sogenannte chemische Recycling in die Abfallhierarchie einzuordnen. Als Exit Plastik haben wir eine Stellungnahme eingereicht und klar dem Vorhaben widersprochen, das "chemische Recycling" mit dem mechanischen Recycling gleich zu setzen. Schlechte Ökobilanzen, Schadstoffe, hoher Energieverbrauch: die Liste ist lang, warum mechanisches Recycling gegenüber dem "chemischen Recycling" immer zu bevorzugen ist. Wir appellieren dafür, dass "chemisches Recycling" auf Ebene der sonstigen/thermischen Verwertung eingeordnet wird. Darüber hinaus plädieren wir für eine Stärkung der Vermeidung und Wiederverwendung als zentrale erste Stufen der Abfallhierarchie. Die Stellungnahme beinhaltet unsere ausführliche Argumentation.

Gruen

Klares Bekenntnis zur kommunalen Verpackungssteuer in Hessen – FDP scheitert (erneut) mit Verbot

Bereits im zweiten Bundesland scheitert die FDP mit ihrem Versuch, die kommunale Verpackungssteuer zu verbieten. Nach Nordrhein-Westfalen spricht sich auch der hessische Landtag für die Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung aus. Die kommunale Verpackungssteuer bleibt ein legitimes Instrument, was Städten und Gemeinden die Chance bietet, kommunal gegen Einwegplastik vorzugehen und Mehrweg zu fördern.

Sehr erfreulich ist auch, dass nun auch Osnabrück und die Gemeinde Essel die Einführung der kommunalen Verpackungssteuer beschlossen haben. Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass die Verpackungssteuer wirksam ist und die Mehrwegnutzung fördert.

Orange

World Cleanup Day am 20. September – Herstellende müssen Verantwortung übernehmen!

Am 20. September ist World Cleanup Day: Millionen Menschen sammeln weltweit Müll – ein starkes Zeichen für eine saubere Umwelt.  

Dieses und anderes individuelles Engagement – Plastik zu vermeiden, zu sammeln oder zu recyceln – ist wichtig, jedoch können wir damit die Plastikflut nicht stoppen. Solange die Industrie weiter massenhaft unnötige Verpackungen und Produkte aus Plastik herstellt und auf den Markt bringt, bleibt das ein Tropfen auf dem heißen Stein. Echte Lösungen müssen bei den Hauptverursachenden ansetzen: Sie müssen die exzessive Produktion von Einwegplastik beenden und stattdessen auf Verpackungsvermeidung und den flächendeckenden Ausbau von einheitlichen Mehrwegsystemen setzen. 

Brand Audits – die Dokumentation von Marken auf gesammeltem Plastikmüll – identifizieren, wer maßgeblich für die Verschmutzung verantwortlich ist. 2023 waren es, global gesehen, Coca-Cola, Nestlé und Unilever. Seit 2018 ruft Break Free From Plastic weltweit Bürger:innen zu diesen Citizen-Science-Aktionen auf. Die gesammelten Daten fließen in globale Berichte und unterstützen auch die Verhandlungen für ein globales Plastikabkommen. 

In Deutschland hat der BUND die letzten Jahre viele Tausend Stück gesammelten Müll analysiert. Die Ergebnisse waren eindeutig: ein großer Teil sind Getränke- und Lebensmittelverpackungen und so gut wie alle davon sind Einwegverpackungen, alles ohne Pfand. Zwei Drittel der gefundenen Verpackungen sind aus Plastik. Gefunden wurde: Aldi, August Stork, Bahlsen, Burger King, Capri Sun, Coca-Cola, Corny, Durstlöscher, Ferrero, Haribo, Rewe, Kaufland, KFC, Katjes, Lidl, Mars, Mc Donalds, Mondelez, Nestlé, Penny, Pepsi, Red Bull, Trolli, Ültje, Unilever und Vivil. Der BUND macht 2026 wieder eine Analyse, tragt gerne dazu bei! 

Lila

Neues von den Verhandlungen zu einem internationalen Plastikabkommen

Die Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen gehen in eine entscheidende Phase: Nachdem auch 2025 keine Einigung auf einen Vertrag gelang, bereiten informelle Gespräche derzeit die nächste formelle Verhandlungsrunde INC-5.4 vor. Ende September treffen sich die Delegationsleitungen erneut in Bangkok. Als Grundlage für die weiteren Gespräche hat der neue INC-Vorsitzende Julio Cordano im August einen Aid to Negotiations vorgelegt.

Doch der neue Text gibt Anlass zur Sorge: Statt den Weg zu einem ambitionierten globalen Abkommen zu ebnen, schwächt er zentrale Ansätze aus früheren Verhandlungsentwürfen ab. Konkrete Optionen für weltweit harmonisierte Maßnahmen gegen problematische Plastikprodukte, gefährliche Chemikalien sowie ein globales Reduktionsziel für die Plastikproduktion wurden gestrichen oder deutlich abgeschwächt. Statt globaler Mindeststandards setzt der Text zunehmend auf national festgelegte Maßnahmen – und riskiert damit einen Flickenteppich unterschiedlicher Regeln.

HEJSupport zeigt in seinem Reflection Paper zu den Vorschlägen des INC-Vorsitzenden, was jetzt nachgebessert werden muss. Untersucht wurde, welche Konzepte im neuen Aid to Negotiations erhalten geblieben sind und welche zuvor vorgeschlagenen Verpflichtungen, Mechanismen und Optionen abgeschwächt oder gestrichen wurden. Im Fokus standen dabei insbesondere die Verschiebung von global koordinierten zu national festgelegten Maßnahmen, die Möglichkeiten für wirksames globales Handeln sowie Erfahrungen aus bestehenden Umweltabkommen mit wissenschaftsbasierten Entscheidungen und dem Konsensprinzip.

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Was sonst noch wichtig ist

  • Exit-Plastik-Mitglied WECF hat sein Positionspapier „Vorsicht! PFAS“ umfassend aktualisiert. Es informiert über den aktuellen Stand der Wissenschaft zu den häufig in Plastik eingesetzten "Ewigkeits-Chemikalien", über die gesundheitlichen Risiken und regulatorischen Entwicklungen in der EU. Es zeigt, warum einzelne Stoffverbote nicht ausreichen: Notwendig ist eine konsequente Regulierung der gesamten PFAS-Stoffgruppe. Neuer Schwerpunkt des Papiers: PFAS in Menstruationsprodukten und den damit verbundenen geschlechtsspezifischen Belastungen.

  • Chemikalien in Produkten: Warum Transparenz und Nachverfolgbarkeit für Sicherheit, Kreislaufwirtschaft und Verbraucherrechte entscheidend sind. Der neue Report von Exit Plastik-Mitglied HejSupport zusammen mit weiteren Partnern erläutert, warum stärkere Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Chemikalien entscheidend sind, um Gesundheit und Umwelt zu schützen, toxisches Recycling zu verhindern und eine sichere, schadstofffreie Kreislaufwirtschaft zu erreichen – zentrale Themen für das globale Plastikabkommen, die BRS-Abkommen und den Globalen Rahmen für Chemikalien.

  • Unsere Vision ist eine Welt ohne Schäden durch Plastik. Unterzeichnen Sie hier unser Manifest für eine #plastikwende. Jetzt!

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Termine


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Über uns

Als Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen teilen wir eine Vision: Eine Welt ohne Plastikverschmutzung und die Belastung durch gefährliche Chemikalien. Wir setzen und gemeinsam für eine echte Kreislaufwirtschaft ein, in der der Verbrauch wertvoller Ressourcen und die Verwendung gefährlicher Stoffe in erster Linie vermieden werden und in der schadstofffreie Mehrwegsysteme für Alle der Standard sind.

Als Teil der weltweiten #breakfreefromplastic-Bewegung machen wir uns auch auf EU- und globaler Ebene stark, um die Plastikflut zu stoppen.

Mitglieder*: a tip: tap e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace e.V., Heinrich-Böll-Stiftung, HEJSupport e.V., Women Engage for a Common Future e.V. (WECF), Zero Waste Germany e.V. und Zero Waste Kiel e.V.

www.exit-plastik.de

 

 

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*Die im Newsletter vertretenen Meinungen und Positionen werden nicht notwendigerweise von allen Mitgliedern gleichermaßen getragen.

 

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EXIT PLASTIK
Zivilgesellschaftliches Bündnis für Wege aus der Plastikkrise

Kontakt:
info@exit-plastik.de

c/o HEJSupport e.V.
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Vereinsregister: VR 206448

Vertreten durch:
Alexandra Caterbow

Redaktion:
Carla Wichmann (V.i.S.d.P.)

 

Stellungnahme zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Anhörung zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Die Bundesregierung plant das Kreislaufwirtschaftsgesetz anzupassen. Sie will einerseits europäisches Recht auf deutscher Ebene umsetzen, andererseits soll in dem Zuge ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag eingelöst werden und das „chemische Recycling“ in die Abfallhierarchie eingefügt werden. Ende Juni 2026 wurde dazu der Referent*innenentwurf veröffentlicht.

Als Exit Plastik haben wir eine Stellungnahme verfasst, die die Einordnung und Gleichsetzung des sogenannten „chemischen Recycling“ auf einer Stufe mit dem werkstofflichen Recycling kritisiert. Stattdessen appellieren wir dafür, dass „chemische Recycling“ auf Ebene der sonstigen/thermischen Verwertung eingeordnet wird. Darüber hinaus plädieren wir für eine Stärkung der Vermeidung und Wiederverwendung als zentrale ersten Stufen der Abfallhierarchie.

Die Stellungnahme beinhaltet unsere ausführliche Argumentation. Hier das Wichtigste aus unserer Sicht in Kürze: 

  • „Chemisches Recycling“ ist keine Lösung der Plastikkrise, da es am Ende des Lebenszyklus ansetzt und nicht die Produktion adressiert 
  • Die darunter gefassten Verfahren können nur einen kleinen Teil der Kunststoffabfälle verarbeiten 
  • Werkstoffliches Recycling ist deutlich effizienter und umweltfreundlicher 
  • Ein erheblicher Teil des Outputs aus dem „chemischen Recycling“ wird nicht wieder zu Plastik, sondern es entstehen Treibstoffe und bedingt Grundstoffe für andere chemische Produkte.  

BMUKN: Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsesetzes

Newsletter Juni 2026

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Juni 2026

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Rot

Verpasste Chance für mehr Mehrweg statt Einweg: Bundesregierung beschließt VerpackDG

Aktualisiert: Unser Positionspapier zu Mikroplastik

End Waste Colonialism!

Coming soon: Plastic Free July

Kommunale Verpackungssteuer: Ein Schritt zur flächendeckenden Plastikvermeidung

Treffen der Verhandlungsführer:innen für ein Plastikabkommen in Nairobi

Was sonst noch wichtig ist

Termine

 

Rot

Verpasste Chance für mehr Mehrweg statt Einweg: Bundesregierung beschließt VerpackDG

Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) muss in den Mitgliedsstaaten spätestens ab dem 12. August 2026 angewendet werden. Da es sich um eine Verordnung handelt, gilt sie unmittelbar. Am 11. Juni hat der Bundestag, auf Empfehlung des Umweltausschusses, das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) angenommen. Es ersetzt das bisherige Verpackungsgesetz und setzt die Vorgaben der PPWR in deutsches Recht um.

Die Chance, die PPWR ambitioniert und über die Mindestvorgaben hinaus auf nationaler Ebene umzusetzen, hat die Bundesregierung verstreichen lassen. Damit hat sie der Vermeidung von Abfällen durch eine wirksame Stärkung von Mehrweg, z.B. durch umfassendere und ambitioniertere Mehrwegquoten sowie die Nutzung der Lizenzgebühren von Einwegverpackungen für den Ausbau von Pool-Mehrwegsystemen, eine Absage erteilt.  Die festgesetzte 5%-Quote des chemischen Recyclings am Gesamtrecycling ist zudem das Manifest einer falschen Scheinlösung. Lenkungswirkungen für eine Reduktion des Verpackungsaufkommens und eine Transformation hin zu mehr Mehrweg statt Einweg wird das überarbeitete Verpackungsgesetz kaum haben.

Blau

Aktualisiert: Unser Positionspapier zu Mikroplastik

Mikroplastik ist längst überall: in unseren Böden, Gewässern, Lebensmitteln und sogar in unserem Körper. Während wissenschaftliche Hinweise auf Gesundheitsrisiken und Umweltfolgen zunehmen, bleiben zentrale Eintragsquellen wie Reifenabrieb, synthetische Textilien oder Mikroplastik in der Landwirtschaft weitgehend unreguliert.

In unserem aktualisierten Positionspapier zu Mikroplastik zeigen wir:

  • Warum Mikro- und Nanoplastik ein Gesundheits-, Umwelt- und Klimaproblem sind.
  • Weshalb die bisherigen EU-Regelungen nicht ausreichen.
  • Warum das Vorsorgeprinzip konsequentes Handeln statt weiteres Abwarten verlangt.
  • Welche konkreten Maßnahmen Mikroplastik bereits an der Quelle verhindern können.

Klar ist: Freiwillige Selbstverpflichtungen und lange Übergangsfristen lösen das Problem nicht. Wir brauchen verbindliche Regeln, die Mikroplastik dort stoppen, wo es entsteht – bevor es in Umwelt, Nahrung und unsere Körper gelangt.

Gruen

End Waste Colonialism!

Seit dem chinesischen Importstopp für Plastikmüll im Jahr 2018 hat sich die Türkei zu einem der wichtigsten Zielländer für Plastikmüllexporte aus Europa, insbesondere aus Deutschland, entwickelt. Am 8. Juni veranstaltete Exit Plastik zusammen mit Dr. Sedat Gündoğdu, Wissenschaftler und Experte für Plastikmüll an der Sabancı Universität in Istanbul, einen hybriden Workshop zum Thema „Plastikmüllhandel zwischen Deutschland und der Türkei“. Dr. Gündoğdu stellte Hintergründe und aktuelle Forschungsergebnisse vor und zeigte Defizite bei Regulierung und Kontrolle auf.

Die Gesundheits- und Umweltfolgen deutscher Plastikmüllexporte in die Türkei sind fatal. Die Recyclingkapazitäten reichen nicht aus, um den importieren Müll fachgerecht zu behandeln. Die Freisetzung giftiger Chemikalien, illegale Deponierung, Eintrag in Flüsse und Meere, Felder und Strände voller Mikroplastik sowie regelmäßige Feuer in den Recyclinganlagen sind die Folge. Unter widrigen Bedingungen arbeiten in dem Sektor oftmals Asylsuchende als billige Arbeitskräfte und zudem Kinder und Frauen, die besonders vulnerabel gegenüber den freigesetzten Schadstoffen sind. Deutschland muss endlich selbst Verantwortung für seinen Plastikmüll übernehmen und die neokoloniale Ausbeutung stoppen!

Plastikmuell-vor-Bundestag

 

Orange

Coming soon: Plastic Free July

Der Plastic Free July zeigt jedes Jahr, dass Millionen Menschen weltweit die Plastikwende wollen. Zusammen werden in vielfältigen Aktionen alltägliche Lösungen zur Vermeidung von Plastik sichtbar gemacht.

So sieht der Plastic Free July 2026 bei Exit Plastik aus:

Social Media-Kampagne
Wie viel Plastik begegnet uns eigentlich, ohne dass wir es bemerken? Wir richten wir den Blick auf das, was oft verborgen bleibt: Unsichtbares Plastik. Den ganzen Juli über nehmen wir auf Social Media verschiedene Bereiche unseres Alltags unter die Lupe und zeigen, wo Kunststoffe und Mikroplastik auftauchen, obwohl wir sie weder sehen noch erwarten. Seid gespannt auf überraschende Einblicke, interessante Fakten und neue Perspektiven auf die Plastikkrise.

  • Neugierig geworden? Dann folgt @exitplastik auf Instagram, LinkedIn und @exitplastik.bsky.social auf Bluesky und entdeckt mit uns die unsichtbaren Seiten des Plastiks.

Aktionsplattform auf www.exit-plastik.de
Was nicht unsichtbar bleiben soll? Die Aktionen in Deutschland! Als Exit Plastik sammeln wir deshalb Aktivitäten verschiedener Organisationen zum Plastic Free July auf unserer Homepage. Ein zentraler Ort, um den Einsatz unserer Zivilgesellschaft gebündelt zeigen zu können.

Gelb

Kommunale Verpackungssteuer: Ein Schritt zur flächendeckenden Plastikvermeidung

Die Initiative Verpackungswende, in der wir als Exit Plastik Mitglied sind, möchte die kommunale Verpackungssteuer stärken und deren Umsetzung in verschiedenen Städten fördern. Zuletzt hat die Stadt Potsdam die Einführung einer solchen Steuer beschlossen. Weitere Kommunen diskutieren und planen die Einführung. Dass der Wille für eine solche Steuer vielerorts da ist, zeigt auch das Scheitern der FDP mit ihrem Vorstoß, die Verpackungssteuer auf Landesebene in Nordrhein-Westfalen zu verbieten.

Für uns als Exit Plastik ist klar: die kommunale Verpackungssteuer muss auf Bundesebene verankert werden und damit allen Kommunen ermöglicht werden, gegen Einweg-Verpackungen vorzugehen und mit den Einnahmen Mehrweginfrastrukturen aufzubauen. Dies stellt eine sinnvolle und notwendige Komplementierung zur bestehenden, aber nicht wirksamen Mehrwegangebotspflicht dar.

Lila

Treffen der Verhandlungsführer:innen für ein Plastikabkommen in Nairobi

Ende Juni treffen sich die Verhandlungsführer:innen der Mitgliedsstaaten des INC (International Negotiation Committee) für ein globales Plastikabkommen in Nairobi, zusammen mit dem neugewählten Chair Julio Cordano. Ziel des Treffens ist es, noch vor dem nächsten formellen Treffen, der INC 5.4, welches voraussichtlich im März 2027 stattfinden wird, bestehende Unstimmigkeiten und Streitpunkte zu klären. Das Treffen ist nicht öffentlich. NGOs und andere Beobachter:innen können nicht teilnehmen.

Als Exit Plastik setzen wir uns für ambitionierte Maßnahmen zur Beendigung der Plastikverschmutzung entlang des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen und zur Reduzierung der Kunststoffproduktion ein. Für ein wirksames, globales Plastikabkommen braucht es aus unserer Perspektive:

  • Maßnahmen, die klar die Reduktion von Plastik und Plastikproduktion fokussieren, sowie eine Vermeidung von schädlichen Chemikalien in Plastik forcieren,
  • robuste Entscheidungsmechanismen, die Blockaden einzelner Staaten überwinden und ermöglichen, dass sich das Abkommen künftig weiterentwickeln kann und aktuelle und neue wissenschaftliche Erkenntnisse einbezogen werden,
  • eine verlässliche und ausreichende Finanzierung,
  • wirksame Regeln zum Monitoring und Strukturen, die die Umsetzung von Maßnahmen und Verpflichtungen ermöglichen,
  • transparente und wirkliche Beteiligung von Beobachter:innen, Zivilgesellschaft und Rechteinhaber:innen.

Wir fordern die deutsche Delegation auf, ambitionierte Lösungen voranzutreiben. Zu diesem Zweck haben wir als Exit Plastik einen Brief an das Umweltministerium geschrieben und unsere Perspektive und Forderungen für das Treffen der Verhandlungsführer:innen in Nairobi dargelegt.

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Als Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen teilen wir eine Vision: Eine Welt ohne Plastikverschmutzung und die Belastung durch gefährliche Chemikalien. Wir setzen und gemeinsam für eine echte Kreislaufwirtschaft ein, in der der Verbrauch wertvoller Ressourcen und die Verwendung gefährlicher Stoffe in erster Linie vermieden werden und in der schadstofffreie Mehrwegsysteme für Alle der Standard sind.

Als Teil der weltweiten #breakfreefromplastic-Bewegung machen wir uns auch auf EU- und globaler Ebene stark, um die Plastikflut zu stoppen.

Mitglieder*: a tip: tap e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace e.V., Heinrich-Böll-Stiftung, HEJSupport e.V., Women Engage for a Common Future e.V. (WECF), Zero Waste Germany e.V. und Zero Waste Kiel e.V.

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EXIT PLASTIK
Zivilgesellschaftliches Bündnis für Wege aus der Plastikkrise

Kontakt:
info@exit-plastik.de

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Vereinsregister: VR 206448

Vertreten durch:
Alexandra Caterbow

Redaktion:
Carla Wichmann (V.i.S.d.P.)

 

Mikroplastik | gemeinsames Positionspapier des Bündnisses

Dieses Positionspapier „Mikroplastik“ des Bündnisses Exit Plastik zeigt Maßnahmen auf, um Mikroplastik an der Quelle zu verhindern. Denn Mikroplastik und die daran anhaftenden oder darin enthaltenen Stoffe sind eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Ökosystemen. Flüssig, halbfest aber auch gerade in fester Form als Plastikpartikel finden sich Kunststoffe in unseren Böden, unseren Gewässern und unserer Atemluft. In Form von Mikro- (<5mm) bzw. Nanoplastik (<1000nm) sammelt es sich in Pflanzen, Tieren und Ökosystemen. 

Super Markt Audit 2026

Supermarkt Audit 2026

Besuchen Sie Ihren örtlichen Supermarkt.

und nutzen Sie unser Prüftool bis
30 Juni 2026

Was ist ein Supermarkt-Audit?

Der Supermarkt-Audit ist ein globales Citizen-Science-Projekt, organisiert vom internationalen #BreakFreeFromPlastic-Netzwerk. Hierbei werden Supermärkte auf der ganzen Welt geprüft und dabei wichtige Daten erhoben, um Informationen über Supermärkte und das Plastik- und Verpackungsaufkommen in diesen zu sammeln. Solche Daten liegen nicht frei vor, sind aber essentiell, um Änderungen anzustoßen.

Warum Supermarkt-Audits?

Ein Supermarkt-Audit gibt uns Informationen über die Verwendung von Einwegplastik, aber auch Mehrwegalternativen on Supermarktketten. Nur mit umfassenden Informationen, können wir Verbesserungen fordern. Wir prüfen, was schon gut ist und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Supermärkte können Einfluss darauf nehmen, wie Marken ihre Produkte verpacken und damit wie viel Plastik verwendet wird.

Was passiert mit den Daten?

Die Daten werden gesammelt und vom #BreakFreeFromPlastic-Netzwerk ausgewertet. Ein Bericht zum Supermarkt-Audit erscheint voraussichtlich im Oktober dieses Jahres. Mehr Infos: Audit-Ergebnisse 2024

Das wichtigste auf einem Blick:

Überprüft werden Lidl, Kaufland, Aldi (Nord & Süd), REWE, Penny, Billa, Edeka, Netto & Metro.

Ein Audit dauert ca. 15 bis 60 Minuten, abhängig vom Aufbau des Supermarktes.

Die Erfassung erfolgt mit einem Online-Fragebogen (der auch offline verwendet werden kann) und mit Handy oder Tablet.

NGO-Workshop zu Plastikmüllexporten mit Dr. Sedat Gündoğdu

08. Juni 2026 | Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Seit dem Importstopp Chinas für Plastikmüll im Jahr 2018 hat sich die Türkei zu einem der wichtigsten Zielländer für Plastikmüllexporte aus Europa – insbesondere aus Deutschland – entwickelt. Immer wieder werden dabei erhebliche Umwelt-, Gesundheits- und Klimafolgen dokumentiert. Recherchen und Untersuchungen zeigen, dass importierte Abfälle teilweise unsachgemäß behandelt, illegal entsorgt oder offen verbrannt werden. Auch illegale Plastikmüllexporte von Deutschland in die Türkei wurden wiederholt nachgewiesen.

Vor diesem Hintergrund brachte Exit Plastik am 8. Juni 2026 Vertreter:innen der Zivilgesellschaft zu einem Workshop über den Plastikmüllhandel zwischen Deutschland und der Türkei zusammen. Gemeinsam mit dem Meeresbiologen und Forscher zu Plastikverschmutzung Dr. Sedat Gündoğdu diskutierten wir aktuelle Entwicklungen, politische Herausforderungen und regulatorische Veränderungen im Bereich der Plastikmüllexporte.

Dr. Sedat Gündoğdu forscht seit vielen Jahren zu den Auswirkungen des Plastikmüllhandels zwischen Deutschland, dem EU-Raum und der Türkei auf Klima, Umwelt und Governance. Er ist Meeresbiologe an der Çukurova Universität und aktuell Mercator-IPC-Stipendiat (2025/26) am Istanbul Policy Center der Sabancı Universität. Darüber hinaus hat er zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zum Thema veröffentlicht und an Dokumentationen wie „Plastic People“ mitgewirkt. Der von ihm verfasste IPC-Mercator Policy Brief (Juni 2026) fasst die Risiken des Plastikmüllhandels für die Türkei sowie politische Handlungsoptionen zusammen.

Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf der neuen EU-Verordnung über die Verbringung von Abfällen. Ab November 2026 muss die EU die Ausfuhr von Plastikabfällen in Nicht-OECD-Länder einstellen. Für OECD-Länder wie die Türkei gilt dieses Verbot jedoch nicht. Dadurch besteht die Sorge, dass künftig noch mehr Plastikmüll in die Türkei exportiert wird. Zudem zeigen die vergangenen Jahre, dass bestehende Kontroll- und Überwachungsmechanismen häufig nicht ausreichend funktioniert haben.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen:

  • Umwelt- und Klimafolgen deutscher Plastikmüllexporte in die Türkei
  • Aktuelle Entwicklungen der EU-Abfallpolitik
  • Die Wirksamkeit neuer regulatorischer Regelungen
  • Politische Wege zu strengeren Beschränkungen oder einem Ausstieg aus Plastikmüllexporten

Der Workshop fand am 8. Juni 2026 in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin statt. Es nahmen diverse Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Organisationen teil, die zu Plastikverschmutzung, Umweltgerechtigkeit und Abfallpolitik arbeiten.

Newsletter März 2026

Exit Plastik Newsletter mit Updates zu plastikrelevanten Politikprozessen und mehr!

Fact Sheet – Plastik Mythen

Das Fact Sheet „Plastik Mythen“ macht deutlich: Es existiert keine Wunderpille. Wir brauchen echte und strukturelle Veränderungen für weniger Plastik. Verabschieden wir uns von Scheinlösungen. 

Denn die Plastikkrise lässt sich nicht mit leeren Versprechen lösen, sondern nur mit systemischen Ansätzen. Die Umwelt- und Gesundheitsprobleme, die mit der Plastik in Verbindung stehen, sowie die stetig wachsende Neuproduktion von Plastik sind tief verwurzelt mit Produktionsmustern der chemischen Industrie.  

Im Fact Sheet räumt Exit Plastik mit gängigen Plastikmythen auf und entzaubert wundersame Erzählungen zu Plastik.

Inhalte des Fact Sheets:

Wahrheit zu Mythos 1: Es gibt keine Pille gegen die Plastikverschmutzung
Wahrheit zu Mythos 2: Plastik ist nicht nachhaltig
Wahrheit zu Mythos 3: Wir können uns aus der Krise nicht heraus-recyceln
Wahrheit zu Mythos 4: Technologische Wunderlösungen sind falsche Versprechen
Wahrheit zu Mythos 5: „Chemical Recycling“ – heiße Luft statt Lösung

Plastik Mythen als Illustrationen:

Die Grafiken stehen unter der Creative Commons: CC BY-NC-ND 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/ sie dürfen gerne geteilt und in eigenen nicht kommerziellen Medienformaten genutzt, jedoch nicht verändert werden.

Bewertung der Richtlinie über Einwegkunststoffe

Verbändeanhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Verpackungsrechts und anderer Rechtsbereiche an die Verordnung (EU) 2025/40

Die Europäische Kommission führt eine Bewertung der Richtlinie (EU) 2019/904 (https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2019/904/oj) über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt durch. Die Einwegkunststoffrichtlinie (engl. Abkürzung „SUPD“) wurde im Juni 2019 verabschiedet und soll zwischen 2025 und 2027 unter Einbeziehung aller relevanten Interessengruppen evaluiert werden, um ihre Wirksamkeit und mögliche Schwachstellen zu analysieren.

Zwischen dem 23.12.2025 und dem 17.3.2026 findet eine öffentliche Konsultation und ein „Call for Evidence“ zur Bewertung der Richtlinie statt. In einem Fragebogen werden Ansichten u.a. zu Bewusstsein und Wahrnehmung, Wirksamkeit und Verhalten oder Relevanz abgefragt.

Exit Plastik hat am 05.03.2026 eine Bewertung zur SUPD eingereicht. Die komplette Bewertung kann als PDF heruntergeladen werden.

EU-Kommission: Have your say: what is the impact of the Single-Use Plastics Directive?

Mehr zur Einwegkunststoffrichtlinie im STECKBRIEFPLASTIK