| September 2026 |

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Lebensmittel ohne Plastik für alle!
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Wer Lebensmittel einkauft, kann Plastik kaum noch entkommen. Ca. zwei Drittel unserer Lebensmittel werden in Plastikverpackungen verkauft. Beim Öffnen, Drücken oder Knicken können sich Mikro- und Nanoplastikpartikel herauslösen und in unserer Nahrung landen. Und damit in unserem Körper. Studien zeigen: Mikro- und Nanoplastik hat längst fast alle unsere Organe erreicht – vom Gehirn bis zur Plazenta. Gleichzeitig ist plastikfrei Einkaufen noch bei weitem nicht für alle möglich und erschwinglich. Insbesondere Discounter bieten kaum verpackungsfreie Optionen an – dabei sind rund 50% der Plastikverpackungen schon jetzt vermeidbar!
Die wissenschaftlichen Hinweise sind eindeutig und die Risiken für unsere Gesundheit besorgniserregend. Das Vorsorgeprinzip verpflichtet Staat und Unternehmen jetzt die Belastung zu reduzieren. Nicht zu handeln, ist politisches und wirtschaftliches Wegsehen auf Kosten der Gesundheit von Millionen Menschen – besonders von einkommensschwachen Haushalten, wie auch Familien mit Kindern.
Gemeinsam fordern wir die Bundesregierung auf: Lebensmittel ohne Plastik – für alle und ohne Aufpreis!

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"Chemisches Recycling”: keine Gleichsetzung mit mechanischem Recycling im Kreislaufwirtschaftsgesetz!
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Ende Juni veröffentlichte die Bundesregierung einen Referent:innen-Entwurf zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Die Änderung zielt u.a. darauf ab, das sogenannte chemische Recycling in die Abfallhierarchie einzuordnen. Als Exit Plastik haben wir eine Stellungnahme eingereicht und klar dem Vorhaben widersprochen, das "chemische Recycling" mit dem mechanischen Recycling gleich zu setzen. Schlechte Ökobilanzen, Schadstoffe, hoher Energieverbrauch: die Liste ist lang, warum mechanisches Recycling gegenüber dem "chemischen Recycling" immer zu bevorzugen ist. Wir appellieren dafür, dass "chemisches Recycling" auf Ebene der sonstigen/thermischen Verwertung eingeordnet wird. Darüber hinaus plädieren wir für eine Stärkung der Vermeidung und Wiederverwendung als zentrale erste Stufen der Abfallhierarchie. Die Stellungnahme beinhaltet unsere ausführliche Argumentation.
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Klares Bekenntnis zur kommunalen Verpackungssteuer in Hessen – FDP scheitert (erneut) mit Verbot
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Bereits im zweiten Bundesland scheitert die FDP mit ihrem Versuch, die kommunale Verpackungssteuer zu verbieten. Nach Nordrhein-Westfalen spricht sich auch der hessische Landtag für die Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung aus. Die kommunale Verpackungssteuer bleibt ein legitimes Instrument, was Städten und Gemeinden die Chance bietet, kommunal gegen Einwegplastik vorzugehen und Mehrweg zu fördern.
Sehr erfreulich ist auch, dass nun auch Osnabrück und die Gemeinde Essel die Einführung der kommunalen Verpackungssteuer beschlossen haben. Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass die Verpackungssteuer wirksam ist und die Mehrwegnutzung fördert.
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World Cleanup Day am 20. September – Herstellende müssen Verantwortung übernehmen!
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Am 20. September ist World Cleanup Day: Millionen Menschen sammeln weltweit Müll – ein starkes Zeichen für eine saubere Umwelt.
Dieses und anderes individuelles Engagement – Plastik zu vermeiden, zu sammeln oder zu recyceln – ist wichtig, jedoch können wir damit die Plastikflut nicht stoppen. Solange die Industrie weiter massenhaft unnötige Verpackungen und Produkte aus Plastik herstellt und auf den Markt bringt, bleibt das ein Tropfen auf dem heißen Stein. Echte Lösungen müssen bei den Hauptverursachenden ansetzen: Sie müssen die exzessive Produktion von Einwegplastik beenden und stattdessen auf Verpackungsvermeidung und den flächendeckenden Ausbau von einheitlichen Mehrwegsystemen setzen.
Brand Audits – die Dokumentation von Marken auf gesammeltem Plastikmüll – identifizieren, wer maßgeblich für die Verschmutzung verantwortlich ist. 2023 waren es, global gesehen, Coca-Cola, Nestlé und Unilever. Seit 2018 ruft Break Free From Plastic weltweit Bürger:innen zu diesen Citizen-Science-Aktionen auf. Die gesammelten Daten fließen in globale Berichte und unterstützen auch die Verhandlungen für ein globales Plastikabkommen.
In Deutschland hat der BUND die letzten Jahre viele Tausend Stück gesammelten Müll analysiert. Die Ergebnisse waren eindeutig: ein großer Teil sind Getränke- und Lebensmittelverpackungen und so gut wie alle davon sind Einwegverpackungen, alles ohne Pfand. Zwei Drittel der gefundenen Verpackungen sind aus Plastik. Gefunden wurde: Aldi, August Stork, Bahlsen, Burger King, Capri Sun, Coca-Cola, Corny, Durstlöscher, Ferrero, Haribo, Rewe, Kaufland, KFC, Katjes, Lidl, Mars, Mc Donalds, Mondelez, Nestlé, Penny, Pepsi, Red Bull, Trolli, Ültje, Unilever und Vivil. Der BUND macht 2026 wieder eine Analyse, tragt gerne dazu bei!
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Neues von den Verhandlungen zu einem internationalen Plastikabkommen
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Die Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen gehen in eine entscheidende Phase: Nachdem auch 2025 keine Einigung auf einen Vertrag gelang, bereiten informelle Gespräche derzeit die nächste formelle Verhandlungsrunde INC-5.4 vor. Ende September treffen sich die Delegationsleitungen erneut in Bangkok. Als Grundlage für die weiteren Gespräche hat der neue INC-Vorsitzende Julio Cordano im August einen Aid to Negotiations vorgelegt.
Doch der neue Text gibt Anlass zur Sorge: Statt den Weg zu einem ambitionierten globalen Abkommen zu ebnen, schwächt er zentrale Ansätze aus früheren Verhandlungsentwürfen ab. Konkrete Optionen für weltweit harmonisierte Maßnahmen gegen problematische Plastikprodukte, gefährliche Chemikalien sowie ein globales Reduktionsziel für die Plastikproduktion wurden gestrichen oder deutlich abgeschwächt. Statt globaler Mindeststandards setzt der Text zunehmend auf national festgelegte Maßnahmen – und riskiert damit einen Flickenteppich unterschiedlicher Regeln.
HEJSupport zeigt in seinem Reflection Paper zu den Vorschlägen des INC-Vorsitzenden, was jetzt nachgebessert werden muss. Untersucht wurde, welche Konzepte im neuen Aid to Negotiations erhalten geblieben sind und welche zuvor vorgeschlagenen Verpflichtungen, Mechanismen und Optionen abgeschwächt oder gestrichen wurden. Im Fokus standen dabei insbesondere die Verschiebung von global koordinierten zu national festgelegten Maßnahmen, die Möglichkeiten für wirksames globales Handeln sowie Erfahrungen aus bestehenden Umweltabkommen mit wissenschaftsbasierten Entscheidungen und dem Konsensprinzip.
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Was sonst noch wichtig ist
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Exit-Plastik-Mitglied WECF hat sein Positionspapier „Vorsicht! PFAS“ umfassend aktualisiert. Es informiert über den aktuellen Stand der Wissenschaft zu den häufig in Plastik eingesetzten "Ewigkeits-Chemikalien", über die gesundheitlichen Risiken und regulatorischen Entwicklungen in der EU. Es zeigt, warum einzelne Stoffverbote nicht ausreichen: Notwendig ist eine konsequente Regulierung der gesamten PFAS-Stoffgruppe. Neuer Schwerpunkt des Papiers: PFAS in Menstruationsprodukten und den damit verbundenen geschlechtsspezifischen Belastungen.
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Chemikalien in Produkten: Warum Transparenz und Nachverfolgbarkeit für Sicherheit, Kreislaufwirtschaft und Verbraucherrechte entscheidend sind. Der neue Report von Exit Plastik-Mitglied HejSupport zusammen mit weiteren Partnern erläutert, warum stärkere Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Chemikalien entscheidend sind, um Gesundheit und Umwelt zu schützen, toxisches Recycling zu verhindern und eine sichere, schadstofffreie Kreislaufwirtschaft zu erreichen – zentrale Themen für das globale Plastikabkommen, die BRS-Abkommen und den Globalen Rahmen für Chemikalien.
- Unsere Vision ist eine Welt ohne Schäden durch Plastik. Unterzeichnen Sie hier unser Manifest für eine #plastikwende. Jetzt!

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Über uns
Als Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen teilen wir eine Vision: Eine Welt ohne Plastikverschmutzung und die Belastung durch gefährliche Chemikalien. Wir setzen und gemeinsam für eine echte Kreislaufwirtschaft ein, in der der Verbrauch wertvoller Ressourcen und die Verwendung gefährlicher Stoffe in erster Linie vermieden werden und in der schadstofffreie Mehrwegsysteme für Alle der Standard sind.
Als Teil der weltweiten #breakfreefromplastic-Bewegung machen wir uns auch auf EU- und globaler Ebene stark, um die Plastikflut zu stoppen.
Mitglieder*: a tip: tap e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace e.V., Heinrich-Böll-Stiftung, HEJSupport e.V., Women Engage for a Common Future e.V. (WECF), Zero Waste Germany e.V. und Zero Waste Kiel e.V.
www.exit-plastik.de
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*Die im Newsletter vertretenen Meinungen und Positionen werden nicht notwendigerweise von allen Mitgliedern gleichermaßen getragen.
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Impressum
EXIT PLASTIK
Zivilgesellschaftliches Bündnis für Wege aus der Plastikkrise
Kontakt:
info@exit-plastik.de
c/o HEJSupport e.V.
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Vereinsregister: VR 206448
Vertreten durch:
Alexandra Caterbow
Redaktion:
Carla Wichmann (V.i.S.d.P.)
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