Unsere 15 Forderungen zur Lösung der Plastikkrise.
DIE
BUNDESREGIERUNG
MUSS HANDELN!

Noel Guevara / Greenpeace

Als Bündnis großer zivilgesellschaftlicher Akteur*innen haben wir 15 Forderungen an die Bundesregierung zur Lösung der Plastikkrise formuliert.

Deutschland ist bei der Verwendung von Kunststoffen europaweit trauriger Spitzenreiter. Deshalb kommt uns eine ganz besondere Verantwortung zu, global zur Lösung des Problems beizutragen. Es ist höchste Zeit, jetzt gemeinsam und entschlossen zu handeln!

Alle 15 Forderungen im Überblick

Unsere Forderungen beziehen sich auf die verschiedenen Phasen des Plastik-Lebenszyklus: von der Rohstoffgewinnung bis zum Nutzungsende. Einige Forderungen sind übergreifend und gelten entlang des gesamten Lebenszyklus.

Forderung 1: Kunststoff-Verbrauch eindämmen

Die Produktion, der Konsum und die Emission aller synthetischen Kunststoffe müssen konsequent reduziert werden. Dabei darf es keine Ausnahmen für biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe geben.

Forderung 2: Hersteller und Inverkehrbringer haften für Schäden

Wer Kunststoff-Produkte oder -Verpackungen herstellt oder in Verkehr bringt, ist nach dem Verursacherprinzip für alle Gesundheits-, Umwelt- und Klimaschäden verantwortlich, die das Produkt verursacht.

Forderung 3: Aufklärung, Transparenz und Informationsvermittlung

Die Gefahren von Kunststoffen und ihren Inhaltsstoffen für Mensch, Umwelt und Klima müssen Verbraucher*innen transparent und entlang des gesamten Lebenszyklus klar vermittelt werden. Dazu sind umfassendere Bildung und die Aufklärung über Alternativen zwingend erforderlich.

Forderung 4: Weltweites Abkommen gegen die Kunststoff-Flut

Die Bundesregierung muss sich umgehend für ein internationales, verbindliches Abkommen zur Lösung der Kunststoff-Problematik einsetzen. Dies umfasst alle Bereiche des Lebenszyklus und muss international Klima- und Meeresschutz voranbringen und Biodiversität schützen.

Forderung 5: Einweg stoppen

Die Herstellung und Vermarktung von Einwegprodukten muss umgehend drastisch reduziert werden. Ein verbindlicher Aktionsplan mit Maßnahmen und zeitlich festgelegten Zielen muss zeitnah verabschiedet werden.

Forderung 6: Nachhaltiges Produktdesign

Gesetzliche Vorgaben müssen die Langlebigkeit, Wiederverwendung, Reparaturfähigkeit und die Recyclingfähigkeit für alle Produktkategorien gewährleisten.

Forderung 7: Produktherstellung ohne Schadstoffe

Die Verwendung von gesundheits-, umwelt- und klimagefährdenden Stoffen bei der Verarbeitung von Grundstoffen zu Verpackungen und Produkten muss umgehend verboten werden.

Forderung 8: Primäres Mikroplastik verbieten

Mikroplastik muss in Produkten verboten werden, wenn es bei ihrer Anwendung oder Funktion offen in die Umwelt gelangt. Dies gilt auch für gelöste, flüssige, gel- oder wachsartige synthetische Polymere.

Forderung 9: Kunststoff-Einsatz in der Logistikkette eindämmen

Die Versand- und Logistikbranche muss den Einsatz von Einwegverpackungen einstellen und den Verbrauch von Füllmaterialien drastisch reduzieren. Kunststoffe dürfen auch während der Verladung und des Transports nicht in die Umwelt gelangen. Dies gilt insbesondere für Kunststoff-Pellets.

Forderung 10: Freisetzung von Mikroplastik durch Kunststoff-Nutzung verhindern

Mikroplastik darf nicht als Folge der Nutzung und Verwitterung von Kunststoffen in die Umwelt gelangen. Dies muss durch umfangreiche Maßnahmen verhindert werden.

Forderung 11: Vorrang für Mehrweg

Mehrwegsysteme und deren konsequente Förderung müssen in allen Konsumbereichen entlang der gesamten Lieferkette Vorrang haben. Bund, Länder und Gemeinden müssen eine Vorbildfunktion übernehmen, indem sie ihre Warenbeschaffung vollständig und verbindlich auf Mehrweg ausrichten und auf Einwegplastik verzichten.

Forderung 12: Kunststoff-Eintrag auf See begrenzen

Abfallentsorgung auf See muss verhindert und entsprechende Verbote streng kontrolliert werden. Pfandsysteme und technische Maßnahmen zur Kennzeichnung und Ortung müssen den Verlust von Fischereiausrüstung begrenzen. Synthetische Scheuerfäden, wie sie in der Grundschleppnetzfischerei zum Einsatz kommen („Dolly Ropes“), müssen sofort verboten werden.

Forderung 13: Abfall vermeiden

Die Bundesregierung muss ambitionierte und verbindliche Ziele zur Reduzierung des Abfallaufkommens in Deutschland festlegen. Außerdem muss sie ein qualitativ hochwertiges Kunststoff-Recycling und eine Mindesteinsatzquote für recycelte Materialien durchsetzen. Kunststoffmüll-Exporte in Länder mit schlechteren Entsorgungs- und Verwertungsstandards als in Deutschland sind zu verbieten.

Forderung 14: Einsatz von Rohstoffen reduzieren

Der Einsatz von primären Rohstoffen zur Herstellung von Kunststoffen muss konsequent reduziert werden. Dies gilt für fossile (Erdöl, Erdgas, Kohle), aber auch für nachwachsende Rohstoffe.

Forderung 15: Schadstoffe im Rohmaterial verbieten

Schadstoffe, die für Mensch, Umwelt und Klima gefährlich sein können, dürfen nicht weiter als Zusatzstoffe bei der Herstellung von Kunststoff-Grundstoffen zum Einsatz kommen.